Immun-Schmäh gestoppt: Mautner Markhof akzeptiert Unterlassungsaufforderung von Foodwatch

Nach Abmahnung wegen irreführender Gesundheitswerbung verpflichtet sich der Hersteller, den Produktnamen „Sirup+ Immunbooster“ künftig nicht zu nutzen

Erfolg für den Konsumentenschutz: Der Lebensmittelhersteller Mautner Markhof hat die Unterlassungsaufforderung von foodwatch akzeptiert und sich verpflichtet, die irreführende Bezeichnung „Sirup+ Immunbooster“ künftig nicht mehr zu verwenden.


foodwatch hatte Mautner Markhof wegen eines Verstoßes gegen die europäische Health-Claims-Verordnung (HCVO) abgemahnt. Die Bezeichnung „Immunbooster“ erweckt den Eindruck, das Produkt als Ganzes habe eine positive Wirkung auf das Immunsystem – ein unspezifisches Gesundheitsversprechen, das nach EU-Recht nicht zulässig ist.

Der Produktname wird geändert, nachdem das Produkt im Dezember zudem von tausenden Konsumenten zum „Werbeschmäh des Jahres 2025“ gewählt worden war.

Mit der Annahme der Unterlassungsaufforderung verpflichtet sich Mautner Markhof konkret dazu, den Sirup nicht mehr in der aktuellen Produktaufmachung zu bewerben. Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass der Produktname geändert wird. Nach dem Abverkauf der bereits etikettierten Flaschen wird der Immun-Schmäh in dieser Form aus den Supermarktregalen in Österreich und Deutschland verschwinden.

„Das ist ein wichtiger Erfolg für Konsumenten. Bezeichnungen wie Immunbooster sind kein harmloser Marketing-Gag, sondern klare Irreführung“, sagt Indra Kley-Schöneich von foodwatch. „Lebensmittelhersteller dürfen keine Wirkungen versprechen, die sie nicht belegen können – und schon gar nicht mit Fantasienamen den Eindruck erwecken, ein zuckerreicher Sirup stärke das Immunsystem.“

„Werbeschmäh des Jahres” zeigt Wirkung

Der Fall belegt, dass der Negativpreis „Werbeschmäh des Jahres“ mehr ist als eine symbolische Abstimmung. foodwatch nutzt das klare Votum der Konsumenten, um Unternehmen mit den Fakten zu konfrontieren, öffentlichen Druck aufzubauen und – wenn nötig – auch juristisch gegen irreführendes Marketing vorzugehen.

„Die Wahl zum ‚Werbeschmäh des Jahres‘ ist kein Selbstzweck. Der Negativpreis macht Täuschungen und dreiste Marketingtricks sichtbar – und setzt Hersteller unter Druck, diese auch tatsächlich zu korrigieren. Dieser Erfolg ist ein klares Signal an die gesamte Branche: Irreführende Werbung ist kein Kavaliersdelikt – und wir schauen ganz genau hin“, betont Kley-Schöneich.

Über die Website dasregtmichauf.at können Konsumenten jederzeit verdächtige Produkte an foodwatch melden.

Irreführende Gesundheitsversprechen bleiben Branchenproblem

foodwatch geht seit Jahren gegen täuschende „Immun“-Werbung vor. Mehrere Gerichtsurteile zeigen: Namen wie „Immun Smoothie“ oder „Immun Water“ wurden als irreführend eingestuft, weil sie eine umfassende Wirkung suggerieren, obwohl gesundheitsbezogene Aussagen nur für einzelne Inhaltsstoffe wie etwa Vitamin C erlaubt sind und die beschriebenen Wirkungen nach der HCVO nicht zugelassen sind. foodwatch fordert eine konsequentere Durchsetzung bestehender Gesetze und ein Ende unzulässiger Gesundheitswerbung, besonders auf unausgewogenen Produkten.

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foodwatch mahnt Mautner Markhof ab: Irreführender „Immunbooster”-Sirup verstößt nach Auffassung der Organisation gegen EU-Recht

Konsumentenorganisation fordert Unterlassungserklärung von Wiener Hersteller

Die Konsumentenorganisation foodwatch hat den Hersteller Mautner Markhof abgemahnt. Grund ist eine nach Auffassung von foodwatch unzulässige Gesundheitswerbung wegen der irreführenden Bezeichnung des Produkts „Sirup+ Immunbooster“. Dieses war erst vor wenigen Tagen von tausenden Konsumenten zum „Werbeschmäh des Jahres 2025“ gewählt worden. Der Name vermittelt den Anschein, der Sirup habe eine gesundheitsfördernde Wirkung auf das Immunsystem. Nach der europäischen Health-Claims-Verordnung ist es unzulässig, einem Produkt diese gesundheitsfördernde Wirkung zuzuschreiben.

„Mit dem Begriff Immunbooster wird Konsumenten ein gesundheitlicher Nutzen versprochen, den das Produkt schlicht nicht erfüllt. Solche Fantasienamen sind kein Kavaliersdelikt – sie unterlaufen bewusst die strengen EU-Regeln, die genau solche irreführenden ‚Gesundheitsschmähs‘ verhindern sollen“, kritisiert Indra Kley-Schöneich von foodwatch.

Laut Health-Claims-Verordnung dürfen nur spezifische, wissenschaftlich geprüfte und von der EU zugelassene Aussagen zu einzelnen Nährstoffen oder Substanzen getroffen werden, die in einer Gemeinschaftsliste aufgenommen sind – nicht jedoch umfassende Versprechen über die angebliche Wirkung eines gesamten Produktes. Genau diese Masche ist allerdings ein bekanntes Problem der Branche: Nach Abmahnungen durch foodwatch mussten bereits mehrere Hersteller in Deutschland irreführende Werbung mit falschen Gesundheitsversprechen stoppen, wie etwa Barnhouse nach der Kritik an seinem „Immune Plus“-Müsli oder der Vitamindrink-Hersteller Hye.

Im Fall des „Sirup+ Immunbooster“ von Mautner Markhof ändert auch der Zusatz „mit Vitamin C + Zink” nichts daran, dass der Produktname den Eindruck erweckt, der gesamte Sirup habe eine besonders immunstärkende Wirkung. Im Voting zum „Werbeschmäh des Jahres“ zeigte sich: Konsumenten haben genug von solchen Gesundheitsversprechen. Viele waren überrascht, wie viel Zucker das Produkt enthält – und wie wenig der Name mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun hat. foodwatch fordert Mautner Markhof daher auf, diese Bezeichnung in Zukunft nicht zu verwenden.

„Bezeichnungen wie Immunbooster sind kein Marketing-Gag. Hier wird einem Zucker-Sirup bewusst ein gesundheitlicher Mehrwert zugeschrieben, den er schlicht und einfach nicht hat – und der Hersteller profitiert von dem Wunsch der Menschen, sich vor Verkühlungen und Infekten zu schützen. Die Industrie muss endlich aufhören, Menschen mit falschen Gesundheitsversprechen zu manipulieren. Es kann nicht sein, dass Produkte mit Namen beworben werden, die gesetzlich nicht zulässig sind – schon gar nicht, wenn sie gleichzeitig so viel Zucker enthalten“, so Indra Kley-Schöneich.

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Kein Kick für Kids

Foodwatch fordert Altersbeschränkung für Energydrinks

Die Konsumentenorganisation Foodwatch fordert eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren für den Verkauf von Energydrinks. Mediziner:innen warnen seit Langem vor den Risiken der Koffeingetränke, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind. Doch während zum Beispiel in Polen seit Anfang des Jahres keine Energydrinks mehr an Minderjährige verkauft werden dürfen, sind die Produkte in Österreich weiter frei erhältlich.  Foodwatch startete unter www.foodwatch.at eine Online-Petition, über die Konsument(innen) die österreichischen Parteien auffordern können, eine Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks auch in Österreich auf den Weg zu bringen

„Kinder haben in Österreich leicht Zugang zu Produkten wie Red Bull, Monster oder den günstigen Varianten von S-Budget und Clever – obwohl eine handelsübliche Halbliter-Dose bereits mehr Koffein enthält, als ein normalgewichtiger Zwölfjähriger an einem Tag konsumieren sollte. Es ist unerlässlich, dass die Regierung die dringenden Warnungen der Wissenschaft ernst nimmt und eine Altersgrenze für Energydrinks einführt“, sagte Miriam Mauer von Foodwatch. „SPÖ, ÖVP, Grüne und Neos behaupten zwar gerne, sich für Kindergesundheit einsetzen zu wollen. Aber es fehlt an konkreten Maßnahmen, um junge Menschen vor gesundheitsgefährdenden Energydrinks zu schützen.“

Energydrinks werden etwa mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Angstzuständen in Verbindung gebracht. Länder wie Polen, Lettland, Litauen und Rumänien haben daher bereits Altersgrenzen für die umstrittenen Getränke eingeführt.

Erst Anfang 2024 erschien ein Bericht des österreichischen Gesundheitsministeriums, der zeigt: Auf Social Media halten viele bei Kindern und Jugendlichen beliebte Influencer(innen) Energydrinks in die Kamera. Und die Jüngsten eifern ihren Online-Idolen nach: Von den Burschen und Mädchen in Österreich trinkt jede(r) 12. täglich mindestens einen Energy Drink.

Obwohl das Gesundheitsministerium diese Zahlen selbst erhoben hat, wurden noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um Minderjährige vor den gefährlichen Wachmachern zu schützen, kritisierte Foodwatch.

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Goldener Windbeutel


Erstaunlich gute Aktion

Nachfolgender Beitrag ist einer heutigen APA-OTS-Aussendung  der Verbraucherorgani-
sation Foodwatch entnommen. Wir finden diese Aktion erstaunlich gut und daher ver-
öffentlichen wir diese auf www.erstaunlich.at
„Goldener Windbeutel“ 2011: Verbraucher wählen die dreisteste Werbelüge des Jahres –
Activia, Ferdi Fuchs, Nimm 2, Milch-Schnitte und Kühnes Schlemmertöpfchen zur Inter-
net-Abstimmung nominiert.
Foto: Foodwatch
 

Wer bekommt den „Goldenen Windbeutel“ 2011?

Per Internet-Abstimmung können Verbraucher auf  www.abgespeist.de  ab sofort einen
Monat lang  darüber abstimmen,  welcher  Lebensmittelhersteller den Preis  für die dreis-
teste Werbelüge des  Jahres verdient hat. Die Wahl zum Goldenen Windbeutel geht bis
zum 16. Juni 2011.
 „Angesichts  der  alltäglichen  Irreführung  durch  die  Lebensmittelindustrie  haben die
Verbraucher allen Grund,  sauer zu sein.  Jede Stimme beim Goldenen Windbeutel zeigt
den Herstellern, dass die Menschen mit ihren Werbepraktiken nicht einverstanden sind“,
erklärt Anne Markwardt, Leiterin der Foodwatch-Kampagne gegen Etikettenschwindel.

Verbraucherorganisation Foodwatch hat 5 Produkte nominiert

„Activia“, das probiotische Märchenprodukt von Danone. Der  Joghurt kann die Verdau-
ung nicht mal eben regulieren, wie es Danone suggeriert. Minimale Effekte werden maxi-
mal aufgeblasen – und teuer verkauft.
„Ferdi Fuchs“,  Stockmeyers  salziges  Mini-Würstchen  für  Kinder.  Die  „Ferdi Fuchs“-
Würstchen enthalten zu viel Salz für ein  Kinderprodukt – dennoch  bewirbt sie  Stock-
meyer als „täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung“.
Kühnes „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ – außen Tradition,  innen modernste Leb-
ens-mitteltechnologie.  Obwohl Farbstoff und  Aromen drin stecken,  verkauft Kühne die
Gewürzgurken wie ein handwerkliches Produkt mit jahrhundertealter Tradition und  „bes-
ten natürlichen Zutaten“ zum Premium-Preis.
„Milch-Schnitte“ von Ferrero, die Schoko-Sahnetorte für zwischendurch. „Schmeckt leicht.
Belastet  nicht.  Ideal für  zwischendurch“,  so  der  Werbeslogan – tatsächlich  besteht  die
Milch-Schnitte zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker.  Dagegen ist sogar manche Scho-
ko-Sahnetorte ein Diätprodukt.
„Nimm2“ von Storck, die Bonbons, die nicht nur süß, sondern auch noch gesund sein wol-
len. Kinder lernen, dass sie ihren      Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und
Gemüse decken können.  Dabei sind  die zugesetzten,  angeblich  „wertvollen“ Vitamine  in
Nimm2 überflüssig – und machen aus den Bonbons keine besseren Bonbons.

Zur Nachahmung empfohlen

Eine derartige  Aktion zur  Information  von Konsumenten  kann nur  empfohlen werden.
Vielleicht haben  wir mit  unserem Beitrag  die notwendige Inspiration dazu geliefert,  dass
sich auch in Österreich wer findet,  der eine solche oder eine  so ähnliche Abstimmung ins
Leben ruft.
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2011-05-16
 

Inhalts-Ende

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