Bablers Jobsuche – muss es unbedingt ein Versorgungsposten sein?

Warum lange suchen, wenn das Comeback am Stapler vielleicht schon wartet?

Wenn ein Parteivorsitzender seinen politischen Sessel räumt, beginnt offenbar die Suche nach einem passenden Anschlussjob. Und dieser sollte möglichst wieder vom Steuerzahler finanziert werden.

In der österreichischen Innenpolitik gibt es offenbar eine ganz besondere Form der Arbeitsplatzvermittlung. Scheitert ein Politiker an seiner Aufgabe oder verliert er den Rückhalt in der eigenen Partei, wird nicht etwa der normale Arbeitsmarkt bemüht. Nein, die Partei macht sich auf die Suche nach einer geeigneten Anschlussverwendung.

Derzeit darf die SPÖ diese bemerkenswerte Tradition vorführen. Ihr Noch-Vorsitzender Andreas Babler braucht offenbar eine neue berufliche Perspektive. Und die Genossen stehen vor einer offenbar gewaltigen Herausforderung: Wo bringt man einen Politiker unter, dessen politische Karriere gerade einen unfreiwilligen Richtungswechsel erlebt?

Warum eigentlich diese Schwierigkeiten? Muss es unbedingt wieder ein hochdotierter Versorgungsposten sein, bei dem das Gehalt letztlich aus öffentlichen Mitteln stammt? Oder ist die Auswahl an geeigneten Positionen in den diversen staatsnahen Einrichtungen und Organisationen tatsächlich schon erschöpft?

Dabei könnte die Lösung wesentlich einfacher sein, als manche Parteistrategen offenbar glauben.

Ein kurzer Blick auf den normalen Arbeitsmarkt genügt. Auf der Internetplattform „willhaben“ lassen sich innerhalb von nicht einmal zwei Minuten zahlreiche Stellenangebote für Staplerfahrer finden. Und das sogar im Umkreis von 25 Kilometern rund um Bablers Wohnort Traiskirchen.

Eine durchaus praktische Alternative: Es gibt Arbeit, es gibt offene Stellen und offenbar auch einen überschaubaren Anfahrtsweg. Was will man mehr?  Natürlich ist nicht bekannt, ob Babler persönlich Interesse an einer solchen beruflichen Rückkehr hätte. Auch soll hier keineswegs behauptet werden, dass ein Staplerfahrerjob seine einzige berufliche Möglichkeit wäre.

Aber die Frage sei erlaubt: Warum muss für Politiker, die ihre politische Funktion verlieren, eigentlich immer ein neuer Posten gesucht werden? Und warum darf dieser Anschlussjob so häufig eine Angelegenheit der öffentlichen Hand sein?  Für gewöhnliche Arbeitnehmer endet ein Dienstverhältnis schließlich auch nicht automatisch mit einem Anruf beim Parteivorsitzenden, der anschließend eine neue Verwendung organisiert.

Vielleicht wäre es daher an der Zeit, mit einer alten politischen Gewohnheit aufzuräumen: Wer aus der Politik ausscheidet, muss nicht zwangsläufig in einem anderen öffentlich finanzierten Sessel landen.  Manchmal reicht auch ein ganz normaler Blick in die Stellenangebote.

Und wer weiß: Vielleicht findet sich dort sogar ein Job, bei dem man tatsächlich etwas bewegen kann – notfalls eben mit einem Stapler.

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