Marchetti: "Das Ausmaß der grünen Doppelmoral lässt einen sprachlos zurück"
Ob die Grünen – die übrigens am Budgetdesaster aus der Schwarz/Grün-Regierung eine 50:50-Mitschuld tragen – auch so patzig über Wöginger herziehen würden wenn sie noch in der Regierung wären, wagen wir zu bezweifeln.
Jedenfalls kommentierte die Klubobfrau der Grünen, Leonore Gewessler, nach dem heutigen Urteil gegen ÖVP-Klubobmann August Wöginger wie folgt: „Die nicht-rechtskräftige Verurteilung von August Wöginger heute ist das traurige Ergebnis einer von der ÖVP anscheinend akzeptierten Praxis, der zufolge Parteizugehörigkeit bei der Postenvergabe mehr zählt als Kompetenz. Ich erwarte mir, dass nun alle Beteiligten die überfällige Lehre daraus ziehen.“
„Anstatt Verantwortung zu übernehmen, hat die ÖVP in den letzten Monaten jedes Unrechtsbewusstsein vermissen lassen. Dieses Verhalten hat der Glaubwürdigkeit von Politik massiv geschadet. Diese Entwicklung ist gefährlich – und wir sollten sie nicht einfach hinnehmen“, so die Grünen-Chefin.
Zum Rücktritt sagte die Grüne Klubobfrau: „Wögingers Rücktritt ist wichtig und angebracht. Er soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Volkspartei vom Kanzler abwärts einen Sinneswandel braucht. Sie alle haben die Vorwürfe kleingeredet und die Justiz attackiert. Jetzt ist es auch ihre Aufgabe, das Vertrauen in die Politik und ihre Institutionen wiederherzustellen.“
Das ließ allerdings die ÖVP, einstiger Koalitionspartner der Grünen nicht auf sich sitzen und antwortete über die Person ihres Generalsekretärs Marchetti.
„Wer den Ausdruck ,Green Jobs‘ sprichwörtlich neu besetzt hat, sollte sich lieber zurückhalten. Es ist allgemein bekannt, dass Leonore Gewessler in ihrer Zeit als Klimaministerin alles andere als zimperlich war, wenn es darum ging, Stellen in ihrem Ressort mit ihren Vertrauten zu besetzen. Nicht zuletzt hat auch die Bundes-Gleichbehandlungskommission eine zentrale Personalentscheidung im damals von Leonore Gewessler geführten Umweltministerium deutlich kritisiert, weil entgegen der Empfehlung der Kommission eine persönliche Mitarbeiterin von Gewessler vorgereiht wurde. Die grüne Parteichefin wäre also gut damit beraten, vor ihrer eigenen Haustüre zu kehren“, betonte der Generalsekretär der Volkspartei.
„Es stellt sich die Frage, ob Leonore Gewessler ihr Sinneswandel ereilt hat, bevor oder nachdem sie keine Jobs mehr für ideologisch Gleichgesinnte zu vergeben hatte. Das Ausmaß der grünen Doppelmoral lässt einen sprachlos zurück. Das, was das System Gewessler betrieben hat, ist ganz klar: Postenschacher in Reinkultur. Was würde der von den Grünen so vielfach in Anspruch genommene Anstand wohl dazu sagen?“, so Marchetti ergänzend.
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