Bereits abgesetzte Medikamente weitergegeben oder nicht verschriebene Medikamente übergeben
Wie der Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) – „Häuser zum Leben“ heute selbst einräumt, wurde im Haus Leopoldau aufgrund eines Personalversagens bei 20 von insgesamt 350 Bewohnerinnen und Bewohnern festgestellt, dass es über einen längeren Zeitraum zu einer teilweise wiederholt abweichenden Medikation kam. Die Vorfälle hätten sich auf eine einzige Abteilung beschränkt. Den Betroffenen geht es, laut Aussage des KWP gesundheitlich gut. Auch sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sowie die Angehörigen der Betroffenen bereits informiert worden sein. Erste dienstrechtliche Konsequenzen wurden bereits gesetzt – die Teamleiterin des Ambulanzteams sowie die Direktorin des Hauses Leopoldau wurden freigestellt – weitere dienstrechtliche Konsequenzen werden erfolgen.
Das KWP nimmt dazu wie folgt Stellung:
„Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner zeigen keine Symptome oder Beeinträchtigungen. Ihr Gesundheitszustand ist unauffällig. Dennoch werden sie medizinisch und pflegerisch eng begleitet. Konkret wurden Medikamente für eine abweichende Tageszeit – etwa mittags statt abends – oder bereits abgesetzte Medikamente weiter übergeben. In wenigen Fällen wurden verschriebene Medikamente in abweichendem Ausmaß oder nicht verschriebene Medikamente übergeben. Bei 18 der 20 Betroffenen können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesundheitliche Folgen ausschließen. Bei den anderen beiden Personen werden vorsorglich Labortests durchgeführt, um ein vollständiges Bild zu erhalten.“
Das KWP führte weiters aus, dass es nach Bekanntwerden des Vorfalles umgehend sichergestellt hat, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner die korrekte Medikation erhalten, indem es eine zusätzliche Kontrollebene eingezogen hat. Bis auf Weiteres wird jede einzelne Medikation einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen. Damit sollen Qualitätsabläufe im Medikamentenmanagement im Haus Leopoldau – wie in allen anderen Häusern – wieder eingehalten werden. Zur vollen Aufklärung läuft bereits eine umfassende externe Prüfung der Vorfälle. Die zuständige Behörde MA40 ist bereits aktiv. Eine Sonderprüfung soll ergeben haben, dass die Vorfälle auf Haus Leopoldau beschränkt sind.
Dazu Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben: „Ich bin erschüttert von diesen Vorfällen. Die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität, so etwas hätte niemals passieren dürfen. Wir müssen diesen Fall lückenlos aufklären. Dafür arbeiten wir bereits eng mit den Behörden und weiteren externen Prüfstellen zusammen. Ich möchte festhalten, dass alle anderen Teams unsere Standards und Regelwerke in der Qualitätssicherung eingehalten haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Häusern leisten tagtäglich hervorragende und professionelle Arbeit für unsere Bewohnerinnen und Bewohner.“
SPÖ-Stadtrat Peter Hacker, Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser „Häuser zum Leben“ ist der Meinung, dass die Vorfälle im Haus Leopoldau inakzeptabel sind und plädiert dafür, dass die „Häuser zum Leben“ die geplanten Schritte zur Aufklärung schnellstmöglich und in vollem Umfang umsetzen sollen. Die externe Untersuchung der Vorfälle im Haus Leopoldau wird von Prim. Prof. Dr. Christian Sebesta sowie der Kanzlei Baker McKenzie Rechtsanwälte durchgeführt, die jeweils ein Gutachten erstellen. Sobald diese vorliegen, wird das KWP darüber informieren.
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