In zwei Monaten mehr Aufnahmen als 2023 im ganzen Jahr
Die Wildtierhilfe des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria erreicht 2026 einen neuen Höchststand: Allein im Juni und Juli wurden 1.955 Wildtiere im Tierschutzhaus Vösendorf aufgenommen – damit mehr als im gesamten Jahr 2023 mit 1.928 Tieren. Bis Mitte August waren es heuer bereits 3.977 Wildtiere.
„Wir sehen, dass der Bedarf an professioneller Wildtierhilfe deutlich steigt“, erklärt Stephan Scheidl, Tierheimleiter des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria. „Viele Tiere brauchen Spezialfutter, Medikamente und oft wochenlange Pflege. Gerade bei Arten wie Mauerseglern ist hochspezialisierte Erfahrung notwendig, die in dieser Form aktuell nur bei uns möglich ist und eine spätere Auswilderung überhaupt erst ermöglicht.“
Die Gründe für den starken Anstieg sind vielfältig. Immer mehr Wildtiere geraten in Not, zugleich sind in den vergangenen Jahren wichtige andere Anlaufstellen weggefallen. Dadurch hat sich auch das Einzugsgebiet des Tierschutzhauses vergrößert. Hinzu kommen die steigende Bekanntheit und die spezialisierte Expertise des Tierschutzhauses in Vösendorf. Bei anspruchsvollen Behandlungen, etwa dem sogenannten Schiften bei Mauerseglern, bei dem beschädigte Federn ersetzt werden, um die Tiere wieder flugfähig und damit auswilderungsfähig zu machen, ist das Tierschutzhaus derzeit die einzige große Anlaufstelle.
Zusätzlich brachte die extreme Hitze der vergangenen Wochen zahlreiche Wildtiere in Not. Besonders Jungvögel und Mauersegler waren betroffen: Unter aufgeheizten Dächern wurden Nester zur Hitzefalle, noch nicht flugfähige Jungtiere sprangen vorzeitig aus ihren Nestern.
Die Vielzahl an Notfällen wäre ohne die Unterstützung von Freiwilligen nicht zu bewältigen. Über den 24/7-Tiernotruf des Tierschutzhauses (01 699 24 80) melden Finder(innen) verletzte oder verwaiste Tiere. Falls sie die Tiere nicht selbst ins Tierschutzhaus bringen können, übernehmen Freiwillige des Team Tierschutz den Transport. Darüber hinaus helfen Freiwillige u.a. auch bei der Versorgung und Auswilderung der Tiere.
Mit den steigenden Aufnahmezahlen wachsen der personelle und finanzielle Aufwand erheblich. Das Tierschutzhaus ist daher dringend auf Spenden angewiesen, um die Versorgung verletzter und verwaister Wildtiere weiterhin sicherzustellen.
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