Deckmantel „Praktikum“ für billige Arbeitskräfte
Praktika bieten die Chance, sich früh beruflich orientieren zu können. Praktikant(innen) erhal-
ten eine fundierte Einführung und lernen im Laufe des Praktikums mehrere Aufgabenbereiche
kennen. Ein/e Betreuer/in steht zur Seite. Weiterbildungsmaßnahmen werden angeboten (z.B.
Workshops, Kurz-Seminare). Zeugnisausstellung nach Praktikumsende (enthalten sein müssen:
Art, Dauer, Inhalt und Ziel der Ausbildung, erworbene Fertigkeiten und Kenntnisse. (Quelle:
AMS)
Damit wird ziemlich klar was ein Praktikum eigentlich ist. Es soll eine berufsorientierente Funk-
tion haben und dem/der Praktikant(in) soll etwas beigebracht werden. An und für sich eine
gute Sache, wenn es da nicht immer wieder Unternehmen gäbe, die unter dem Deckmantel
des Praktikums versuchen, billige Arbeitskräfte zu rekrutieren.
Besonders enttäuschend für uns ist, dass der VGT (dessen Tierrechtsaktivitäten wir sehr
schätzen) in diese Kerbe schlägt. Diese Organisation schreibt nämlich unter dem Begriff
„Praktikum“ einen Arbeitsplatz mit folgenden Anforderungen aus:
Originalwortlaut des VGT (Verein gegen Tierfabriken):
Gesucht wird ein Praktikant bzw. eine Praktikantin, der bzw. die für 3 Monate im Umfang von
40 Wochenstunden für 600 Euro pro Monat die Betreuung der elektronischen Medien des VGT
übernimmt. Bei guter Zusammenarbeit ist eine Fix-Anstellung möglich. Die Aufgaben können
grundsätzlich von überall mit Internetzugang erfüllt werden. Regelmäßige persönliche An-
wesenheit im Vereinsbüro in Wien, ist allerdings ebenso unumgänglich, wie die Teilnahme an
Vereinsaktivitäten im Außendienst.
Arbeitsbereiche
+ Betreuung des VGT-Auftritts in sozialen Netzwerken, wie Facebook, YouTube,
Twitter, Google+, Vimeo etc.
+ Technische und redaktionelle Umsetzung des E-Mail Newsletters
+ Betreuung und Aktualisierung der Websites
Umsetzung interaktiver Kampagnen (Petitionen, E-Mail-Appelle etc.)
+ Betreuung Durchführung von online Spendenaktionen
+ Statistische Auswertungen/Tuning
+ Koordination mit anderen VGT-Auftritten
+ Regelmäßiges internes Feedback
Anforderungen
+ Idealistische Motivation und Tierrechtseinstellung
+ Selbstständiges, zielorientiertes Arbeiten
+ Umfassende persönliche Erfahrungen in sozialen Netzwerken
+ Wunsch, zu lernen und die eigene Arbeit zu optimieren
+ Stressresistenz und Flexibilität
+ Freude an Teamarbeit und Kommunikation
+ sehr gute Deutsch-Kenntnisse in Wort und Schrift
+ Computer-Kenntnisse, v.a. auch — Erfassung, Auswertung und Darstellung
statistischer Daten, z.B. Tabellen-Kalkulation, Präsentationspogramme
— HTML, PHP, Javascript von Vorteil, aber nicht erforderlich
— Bildbearbeitung
— Filmschnitt
+ Erfahrung im Umgang mit Foto- und Filmkamera
+ Freude an Software-Recherchen, Spamfilter-Tests und am Erlernen des
Umgangs mit neuen Software-Produkten
Bewerbung an harald.balluch@vgt.at
(Schluss)
Liest man sich das Aufgabengebiet und das Anforderungsprofil der Stellenausschreibung
durch, muss man unweigerlich zum Schluss gelangen, dass hier ein(e) voll ausgebildete(r)
Mitarbeiter(in) gesucht wird, der/die bereit ist eine 40 Stundenwoche zum monatlichen
Hungerlohn von 600,- Euro zu absolvieren. Für uns hat dieser angebotene Job mit dem
eigentlichen Sinn eines Praktikums nicht das Geringste zu tun.
Es gibt eine alte Volksweisheit die besagt, wenn wer gut zu Tieren ist, dann ist er auch gut
zu Menschen. Mit seiner Stellenausschreibung straft der VGT diesen Spruch der Lüge.
Unser Fazit: Menschlich sind wir vom Verein gegen Tierfabriken auf das Tiefste enttäuscht.
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2012-12-09
GASTAUTOREN – BEITRAG
Zum Erstaunlich-Beitrag „Der 5-Sterne Knast“ fällt mit nur folgendes ein. Setzen wir doch
ältere Menschen in die Gefängnisse und die Verbrecher in Heime für ältere Menschen.
Auf diese Art und Weise hätten unsere alten Leute täglich Zugang zu einer Dusche, Frei-
zeit, Spaziergänge, Arzneimittel, regelmäßige Zahn- und medizinische Untersuchungen.
Sie würden Anspruch auf Rollstühle usw. haben. Sie würden Geld erhalten, anstatt für
ihre Unterbringung zu zahlen. Dazu hätten sie Anspruch auf eine konstante Überwach-
ung durch Video, würden also im Notfall sofort Hilfe bekommen. Ihre Betten würden zwei
Mal pro Woche und ihre eigene Wäsche regelmäßig gewaschen und gebügelt bekommen.
Sie hätten regelmäßigen Besuch von Wärtern und würden Ihre Mahlzeiten direkt im Zim-
mer bekommen. Sie hätten einen speziellen Raum, um ihre Familie zu empfangen. Sie
hätten Zugang zu einer Bibliothek, zum Gymnastikraum, physischer und geistiger Thera-
pie sowie Zugang zum Schwimmbad und sogar das Anrecht auf kostenlose Weiterbildung.
Auf Antrag wären Schlafanzüge, Schuhe, Pantoffeln und sonstige Hilfsmittel legal kosten-
los zu bekommen. Private Zimmer für alle mit einer eigene Aussenfläche, umgeben von
einem großartigen Garten.
So hätte jede alte Person Anspruch auf einen eigenen Rechner, einen Fernseher, ein
Radio sowie auf unbeschränktes Telefonieren. Es gäbe einen Direktorenrat, um die Kla-
gen anzuhören, und die Bewachung hätte einen Verhaltenskodex zu respektieren!
Die Verbrecher würden meist kalte, bestenfalls lauwarme Mahlzeiten bekommen, sie
wären einsam und ohne Überwachung gelassen. Die Lichte r würden um 20 Uhr aus-
gehen. Sie hätten Anspruch auf ein Bad pro Woche (wenn überhaupt!), sie würden in
einem kleinen Zimmer leben und wenigstens 2000 € pro Monat zahlen, ohne Hoffnung,
lebend wieder heraus zu kommen!
Und damit schließlich gäbe es eine gerechte Justiz für alle
meint Ihr
Daniel Kreuzer
*****
2011-07-01
LESERBRIEF
Liebes Erstaunlich-Team, werter Herr Reder!
Ich bin ein begeisterter Leser Eurer Webseite. Was mir an Erstaunlich so gefällt ist, dass
hier Themen direkt auf den Punkt gebracht werden. Und zwar mit einem Schuss Sarkasmus,
jedoch ohne beleidigend zu werden.
Der Beitrag Wucherpreise in Altersheimen hat mich persönlich betroffen, da innernhalb mei-
ner Verwandtschaft ein Fall vorliegt. Ich habe mir einige Gedanken gemacht und einige Zei-
len verfasst, um deren Veröffentlichung ich ersuchen würde.
Welche schöne Idee!!!
Untertitel: Setzen wir doch ältere Menschen in die Gefängnisse und die Verbrecher in
Heime für ältere Menschen. Auf diese Art und Weise:
Hätten unsere alten Leute täglich Zugang zu einer Dusche, Freizeit, Spaziergänge, Arznei-
mittel, regelmäßige Zahn- und medizinische Untersuchungen. Sie würden Anspruch auf
Rollstühle usw. haben…
Sie würden Geld erhalten, anstatt für ihre Unterbringung zu zahlen. Dazu hätten sie An-
spruch auf eine konstante Überwachung durch Video; würden also im Notfall sofort Hilfe
bekommen. Ihre Betten würden 2 Mal pro Woche gewaschen und ihre eigene Wäsche re-
gelmäßig gewaschen und gebügelt bekommen.
Sie hätten alle 20 Minuten Besuch vom Wärter , und würden Ihre Mahlzeiten direkt im Zim-
mer bekommen. Sie hätten eine speziellen Raum , um ihre Familie zu empfangen. Sie hät-
ten Zugang zu einer Bibliothek, zum Gymnastikraum, physischer und geistiger Therapie so
wie Zugang zum Schwimmbad und sogar kostenlose Weiterbildung.
Auf Antrag wären Schlafanzüge, Schuhe, Pantoffeln und sonst. Hilfsmittel legal kostenlos
zu bekommen. Privates Zimmer für alle mit einer eigene Außenfläche , umgeben von einem
großartigen Garten.
So hätte jede alte Person Anspruch auf einen Rechner, einen Fernseher, ein Radio sowie
auf unbeschränktes Telefonieren. Es gäbe einen „Direktorenrat“, um die Klagen anzuhören,
und die Bewachung hätte einen Verhaltenskodex zu respektieren!
Die Verbrecher würden kalte Mahlzeiten bekommen, sie wären einsam und ohne Überwach-
ung gelassen. Die Lichter würden um 20 Uhr ausgehen. So hätten sie Anspruch auf ein Bad
pro Woche (wenn überhaupt!), sie würden in einem kleinen Zimmer leben und würden we-
nigstens 2000€ pro Monat zahlen, ohne Hoffnung lebend da raus zu kommen!
Und damit, schließlich gäbe es eine gerechte Justiz für alle!
Mit freundlichen Grüßen
Franz Hofmeister
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2010-10-17