Wann handelt diese Regierung endlich?
Der europäische Gaspreis erreicht einen neuen Höchststand, die Gasspeicher sind nicht ausreichend gefüllt und Österreichs Haushalten droht die nächste Belastungswelle. Wie lange will die Bundesregierung den Menschen eigentlich noch beim finanziellen Ausbluten zusehen?
Am 19. Oktober kletterte der europäische Referenzpreis für Erdgas auf 89,57 Euro je Megawattstunde – den höchsten Stand seit Ende 2022. Als Preistreiber gelten unter anderem die Spannungen und Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus sowie die verstärkte Nachfrage zum Auffüllen der Gasspeicher vor dem Winter. Gleichzeitig waren Österreichs Gasspeicher am 11. Oktober laut E-Control zu lediglich 69,3 Prozent gefüllt.
Das sind Zahlen, die Anlass zur Sorge geben sollten
Für den kleinen Mann bedeutet eine weitere Verteuerung möglicherweise höhere Heizkosten, steigende Rechnungen und noch weniger Geld im Börsel. Auch Österreichs Industrie könnte durch anhaltend hohe Energiekosten zusätzlich unter Druck geraten. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und kann letztlich auch Arbeitsplätze belasten.
Und was macht die Bundesregierung? Wartet sie wieder so lange, bis die nächste Rechnung ins Haus flattert und die Menschen nicht mehr wissen, wie sie diese bezahlen sollen? Krisenmanagement sieht jedenfalls anders aus!
Österreich braucht eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und leistbare Preise in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört auch, sämtliche Möglichkeiten für zusätzliche Gaslieferungen ernsthaft zu prüfen. Mehr verfügbares Gas könnte unter entsprechenden Marktbedingungen den Preisdruck verringern. Garantieren lässt sich eine solche Wirkung allerdings nicht, denn auch die internationale Nachfrage, die Transportwege und geopolitische Krisen beeinflussen den Preis.
Dabei darf auch die europäische Energiepolitik nicht von jeder kritischen Diskussion ausgenommen werden. Die EU hat mit der Verordnung 2026/261 den schrittweisen Ausstieg aus russischen Erdgasimporten geregelt. Ob Änderungen oder Ausnahmen im Krisenfall rechtlich möglich sind, muss anhand der konkreten Bestimmungen beurteilt werden. Wer eine andere Energiepolitik fordert, muss sich mit diesen Regeln auseinandersetzen und darf keine rechtlichen Möglichkeiten versprechen, die nicht gesichert sind.
Doch die Versorgung ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist die Belastung der Bevölkerung durch Steuern und Abgaben. Während die Energiepreise steigen, kommen für die Haushalte weitere Kosten hinzu. Allein die österreichische CO₂-Bepreisung verursacht bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden laut TIGAS im Jahr 2026 rund 181 Euro inklusive Umsatzsteuer.
Rund 181 Euro – nur für diese eine Belastung! Für Menschen mit kleinen Pensionen, für Familien und für Arbeitnehmer, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, ist das kein Pappenstiel.
Warum hält die Politik an solchen Belastungen fest, wenn die Energiepreise ohnehin für zusätzlichen Druck sorgen? Die nationale CO₂-Bepreisung auf Erdgas gehört auf den Prüfstand. Ebenso sollte die Erdgasabgabe auf das EU-Mindestmaß gesenkt werden, sofern die rechtlichen und steuerlichen Voraussetzungen dies ermöglichen.
Eine konkrete jährliche Gesamtersparnis lässt sich ohne eine vollständige Berechnung der geltenden Steuersätze und des jeweiligen Verbrauchs nicht seriös beziffern. Das ändert jedoch nichts an der politischen Kernfrage: Welche Entlastungen sind möglich, und warum werden sie nicht rasch und konsequent umgesetzt?
Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen verstehen, was im Alltag der Menschen passiert. Heizkosten lassen sich nicht mit Sonntagsreden bezahlen. Rechnungen verschwinden nicht, wenn Politiker die Augen vor der Realität verschließen. Und die Bevölkerung kann nicht unbegrenzt neue Belastungen schlucken, während die Verantwortlichen von notwendigen Maßnahmen sprechen.
Österreich braucht eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, leistbare Preise und wirtschaftliche Vernunft verbindet. Dazu gehören eine vorausschauende Vorbereitung auf den Winter, die Prüfung zusätzlicher Bezugsquellen und eine spürbare Entlastung bei vermeidbaren staatlichen Belastungen.
Die nächste Energiekrise darf nicht wieder zur Rechnung für die Bevölkerung werden
Wer politische Verantwortung trägt, muss handeln, bevor die Menschen vor vollendeten Tatsachen stehen. Nicht erst dann, wenn die Heizkostenabrechnung zum finanziellen Schock wird. Nicht erst dann, wenn Betriebe ihre Produktion einschränken müssen. Und nicht erst dann, wenn Familien überlegen müssen, bei welchen notwendigen Ausgaben sie noch sparen können.
Die Menschen haben genug von Ausreden, Vertröstungen und politischen Machtspielen. Sie erwarten Lösungen, die sich im Geldbörsel bemerkbar machen.
Leistbare Energie ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für ein würdiges Leben und einen funktionierenden Wirtschaftsstandort. Die Bundesregierung muss endlich beweisen, dass sie die Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt – bevor aus der Energiepreisbelastung eine noch größere soziale Krise wird!
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