Leserbrief
Ein Kunde der österreichischen Staatsbahnen, kurz ÖBB, wollte in Anspruch nehmen, wessen sich die ÖBB rühmen. Nämlich das Service. Eine Vorteilscard wurde bestellt und bezahlt, sie sollte nach einigen Wochen zugeschickt werden. Doch sie kam nicht.
Nach zwei Monaten versuchte der Kunde eine telefonische Anfrage bei der Bahn. Und schöpfte neue Erfahrungen über deren Service.
Angerufen wurde auf der normalen Nummer der ÖBB, wie sie im Internet zu finden ist, nämlich 01 93000-0. Eine Frau N. meldete sich mit spitzer Stimme, als Vermittlung. Vorteilscard? Ja, da würde sie ihm die Nummer geben. Sie würde ihm die Nummer geben. Sie wolle ihm die Nummer geben. So ging das einige Male. Ob sie denn nicht weiterverbinden könne, schließlich sei sie die Vermittlung? Nein, sie würde ihm die Nummer geben. Nach mehrmaligen Ankündigungen rückte Frau N. mit einer Mehr- preisnummer heraus. Ob es denn keine andere gebe? Nein, und der Kunde könne sich ja beschweren. Sprachs und legte auf.
Der gerade noch geduldige Kunde versuchte es nochmals. Geriet an eine Frau N. Die erst mit einer Kollegin Rücksprache hielt. Beschwerdestelle? Nein, die habe eine anderen Nummer, sie dürfe nicht weiterverbinden. Schließlich ließ Frau N. sich herab, dem Kunden, der ihre beschaulichen Vermittlungskreise gestört hatte, doch noch zu verbinden. Nach einiger Wartezeit meldete sich – der unschuldige Reinigungsdienst!
Ob dieser kaltschnäuzigen Beleidigung nun schon erbost, versuchte der Kunde eine Hotline-Nummer der ÖBB. Eine dieser Nummern, wo man sich bei laufenden Gebühren Ziffer um Ziffer weitertasten muß. Klappt nur eben nicht immer. Nach dem dritten Versuch eine Stelle für Vorteilskarten. Man möchte, nun schon eher ungehalten, die eigentliche Frage stellen. Daran ist die Hotline wenig interessiert, es wird aufgelegt.
Nach zwei weiteren Versuchen bei der Hotline darf der Kunde die Beschwerdestelle verlangen und wird auch durchgestellt. Gelangweilt nimmt ein Mitarbeiter die Sache auf, möchte Daten, Telefonnummer, etc. Für dieVorteilscard? Ah, für diese wäre er nicht zuständig. Nun nimmt der Kunde von seinem Ausflug in die DDR Abstand. Erfahrung: DDR-Vermittlungen sind nicht zum Vermitteln von Gesprächen da; Kun- denwünsche gibt’s nur auf Mehrpreisnummern. Geschäftspolitik jenes Unternehmens, in das jährlich mehr als eine Milliarde Euro an Subventionen gepulvert wird, obwohl es schon lange insolvent ist.
Mit besten Grüßen
Peter E.
2011-09-15