Hält das Innenministerium die Bevölkerung eigentlich für blöd?
„Österreich beteiligt sich an großer europäischer Abschiebeaktion nach Nigeria und Ghana“, so prangte es in unübersehbaren Lettern in einer vorgestrigen Presseaussendung des Innenministeriums.
Wer jetzt glaubt, dass nun endlich tausende Illegale oder zahlreiche rechtskräftig verurteilte Straftäter abgeschoben wurden, der wird herb enttäuscht. Es wurden sage und schreibe 41 Personen ohne Bleiberecht nach Nigeria (Lagos) und Ghana (Accra) abgeschoben. Unter den Abgeschobenen sollen sich laut Innenministerium auch mehrere rechtskräftig verurteilte Straftäter befunden haben.
Bei dieser „großen“ europäischen Abschiebeaktion schob Österreich, man höre und staune, die stattliche Anzahl von 3 (DREI !!!) illegalen Nigerianern – wobei einer wegen eines Suchtmitteldelikts rechtskräftig strafrechtlich verurteilt worden war – ab.
Der Rest vom Schützenfest teilte sich wie folgt auf: Deutschland schob 35 Personen ab – darunter 29 nach Nigeria, fünf nach Ghana und eine Person nach Gambia. Luxemburg schob zwei Nigerianer und Ungarn einen Nigerianer ab.
Wenn das Innenministerium diese Mini-Abschiebeaktion als „großer europäische Abschiebeaktion“ verkaufen will stellen sich zwei berechtigte Fragen:
1) Wie sieht dann eigentlich eine kleine Abschiebeaktion aus?
2) Will das Innenministerium und man verzeihe den Ausdruck, die Bevölkerung verarschen?
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