Der Nikolaus sieht rot


Kinderarbeit ist bei der Kakao-Produktion an der Tagesordnung

Anlässlich des bevorstehenden Nikolaus-Festes haben sich Greenpeace, Südwind, der Verein
für  Konsumenteninformation  und  die  Gewerkschaft  PRO-GE  Schokolade-Nikolos  genauer
angeschaut.   Insgesamt  hat  das  Greenpeace  Marktcheck-Team  im  Rahmen des jährlichen
Checks 23 in Österreich erhältliche Produkte auf ökologische Kriterien, Tierschutz und soziale
Aspekte hin geprüft.

Foto: © Greenpeace/ Georg Mayer
Fazit: Lediglich  drei  Schoko-Nikolos haben beim Check in allen Bereichen grünes Licht be-
kommen.   Während  bei  den  ökologischen  Aspekten eine positive Entwicklung festgestellt
werden  konnte  und  die Hersteller erstmals ohne problematische Zusatzstoffe auskommen,
bleibt das Abschneiden im Bereich „soziale Aspekte“ alarmierend.
Mehr  als  die  Hälfte  der  Schoko-Nikolos  sehen  dabei rot.   Bei diesen Produkten kann nicht
nachvollzogen  werden,  ob  in der Kakaoproduktion existenzsichernde Löhne bezahlt wurden
und keine Kinderarbeit zum Einsatz kam.   Welche Schoko-Nikoläuse ohne schlechtes Gewis-
sen geschenkt werden können,  findet man auf www.marktcheck.at – dem Greenpeace-Online-
Einkaufsratgeber.
Dazu  Bernhard  Zeilinger,  Leiter  der Südwind-Kampagne  „Make Chocolate Fair“:    „Es stimmt
nachdenklich, wenn man bedenkt, dass der Anlass der Geschenke zum Heiligen Nikolaus und
auch  zu  Weihnachten  dem  Wohl  der  Kinder  gewidmet  ist  und  bei  vielen der Produkte die
Ausbeutung   von  Kindern  in  den  Hauptherkunftsländern  von   Kakao  nicht  ausgeschlossen
werden kann.“

Foto: © Schröder/ Südwind
Fair  gehandelte  Schokolade-Produkte  fristen  immer noch ein Schattendasein im österreich-
ischen Einzelhandel.  Bei umgerechnet 95 Prozent der Schokolade-Produkte in Österreich ist
die  Rückverfolgbarkeit  nicht  gegeben.   Drei  Viertel  der  in Österreich verarbeiteten Kakao-
bohnen  stammen  aus  der  Elfenbeinküste  und  Ghana,  wo  über zwei Millionen Kinder auf
den  Kakaoplantagen  mitarbeiten  und  davon  rund  ein  Zehntel unter sklavenähnlichen Be-
dingungen ausgebeutet wird.
Kritik dazu übt auch Gerhard Riess, Branchensekretär der Gewerkschaft PRO-GE: “Die Ver-
antwortung, ihren Eigentümern satte Gewinne zu bieten, nehmen diese Unternehmen sehr
ernst,  soziale  Verantwortung findet sich dagegen eher in Hochglanzbroschüren als in der
Realität.“
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2013-12-01