Die Wohnbaugenossen greifen nach dem letzten Strohhalm


Weinerliche Briefe sind kein Ersatz für den Rechnungshof

Der  in  die  Schlagzeilen  geratene  GBV verschickte am 3. Juli eine Stellungnahme
inklusive  Begleitschreiben an Abgeordnete.   Darin verwehrt sich Verbandsdirektor
Theodor  Österreicher  gegen  die  von  der  FPÖ  geforderte  Rechnungshofprüfung
bei gemeinnützigen Bauträgern. „Die Genossenschaften müssen viel zu verbergen
haben,  wenn  sie  sich  derart  vor  dem   Rechnungshof  fürchten“,   erneuert  FPÖ-
Klubobmann im Wiener Rathaus, Mag. Johann Gudenus, die Forderung nach einer
Ausweitung  der   Prüfkompetenz  des  Rechnungshofes  auf  alle  gemeinnützigen
Bauträger.
Der  Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigung gerät regelmäßig in
die Schlagzeilen: Die Traumgagen für die Sozialbau AG-Manager rund um Herbert
Ludl   sorgten  für  Empörung.   „Es lässt sich an  Zynismus kaum mehr überbieten,
dass  angesichts  der  jüngsten  Vorfälle  die  Engmaschigkeit  der Revision betont
wird.   Herr  Österreicher  hat  augenscheinlich  vergessen,  dass  er  sich  selbst in
einem  Buch  mit  den  vorhandenen   Kontrollinstrumenten  kritisch  auseinander-
gesetzt hat“, verweist Gudenus auf entsprechende Publikationen Österreichers.
Die aktuellen Vorfälle zeigen, dass die Kontrolle im gemeinnützigen Bereich über
weite Teile  versagt.   Dass  Karl Wurm als  Obmann des GBV ein Vorschlagsrecht
für  einzustellende  Prüfer  hat,  mutet  nicht  weniger merkwürdig an.   „Diese Ver-
schränkung ist untragbar.   Schließlich haben Wohnbaugenossenschaften kumu-
liert  eine   Bilanzsumme  von  rund  40  Milliarden  Euro  vorzuweisen“,  skizziert
Gudenus  die   Bedeutung  der  Branche.    Weinerliche  Briefe  an  Abgeordnete
werden  uns  nicht  davon  abbringen,   das  Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz
zum Vorteil der Bewohner zu reformieren“, schließt Gudenus. (Quelle: APA/OTS)
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2015-07-09