Das ist die gestrige Schlagzeile der Wiener Bezirkszeitung für Favoriten. „Stapler fahren?“
Warum eigentlich nicht? Bevor Frau Doktor arbeitslos herumlungert und der Allgemeinheit
zur Last fällt, sollte die Dame vom hohen Ross heruntersteigen und einen Stapler fahren,
wenn Bedarf an Personal in dieser Berufsgruppe besteht.
Frau Doktor ist entrüstet
Laut „BZ“ ist die betreffende Dame studierte Kommunikations-Wissenschafterin und fiel aus
allen Wolken, als ihr der Staplerkurs vom AMS angeboten wurde. Entweder gibt es zur Zeit
keine Nachfrage am Arbeitsmarkt für den Beruf der Frau Doktor, oder ihr fehlt möglicher-
weise die entsprechende Qualifikation.
Beide Möglichkeiten rechtfertigen dass Frau Doktor einen anderwärtigen Broterwerb an-
nimmt, wenn ihr die Möglichkeit dazu geboten wird. Laut „BZ“ weigerte sich die Akade-
mikerin einen Staplerkurs, sowie einen Computerkurs zu absolvieren, welche ihr vom AMS
angeboten wurden.
Diese Weigerung wäre an und für sich Grund genug, der Frau Doktor die Arbeitslosenunter-
stützung ersatzlos zu streichen. Die Dame sitzt offensichtlich lieber zu Hause und lässt den
Herrgott einen guten Mann sein. Dafür gibt es auch noch Geld vom AMS.
Jede Möglichkeit nützen
Sicher sind die AMS-Kurse nicht der Weisheit letzter Schluss, ermöglichen aber immerhin
neue Berufschancen. Wenn sich eine Person auf Grund seiner/ihrer Ausbildung weigert
eine andere Tätigkeit auszuüben, bis er /sie wieder in der eigenen Branche Fuß fassen
kann, fällt dies unter die Rubrik „Sozialschmarotzer“. Solchen Personen stehen vom
moralischen Standpunkt aus, keinerlei wie immer gearteten Unterstützungen zu.
Das AMS hat ohnehin nicht den besten Ruf sich wirklich für die Arbeitsplatzvermittlung
einzusetzen. Wenn also schon die Möglichkeit besteht, mittels der staatlichen Jobver-
mittler zu einer Anstellung zu kommen, sollte man das auch nützen.
Die Logik der Frau Doktor
Nach der Logik der arbeitlosen Frau Doktor, bräuchte kein Arbeitsloser einen Job annehmen
oder Kurs absolvieren, wenn die Qualifikation von diesem unter seiner ursprünglichen Aus-
bildung liegt.
Das heißt auf gut Deutsch, wenn der betreffenden Akademikerin keine gleichwertige Tätig-
keit vermittelt werden kann, wird diese Dame bis zu ihrer Pensionierung arbeitslos bleiben.
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2010-04-01
Weisheiten aus dem Kurier
„Zuwanderung: Eine Studie zeigt, dass sich Migranten in Österreich meist gut integrieren.
Ausnahme sind die Türken“. Diese Weisheit stammt nicht von uns, sondern war im Samstag-
Kurier auf Seite 3 zu lesen.
Das ist auch jener Standardsatz, der von H.C. Strache bei jeder Wahlveranstaltung gebets-
artig heruntergeleiert wird. Wir haben da eine Geschichte, wo der Integrationswille einer
Türkin amtswegig behindert wird.
Lieber bei der Schweiz
In Vorarlberg, dass ist jenes österreichisches Bundesland das lieber bei der Schweiz
wäre, wird einer 30-jährigen Frau mit türkischen Migrationshintergrund die österreich-
ische Staatsbürgerschaft mit einem wirklich erstaunlichen Grund verweigert.
Wer ist die Türkin?
Hilal Iscakars, 1979 in Feldkirch (Österreich) geboren, Absolventin des BORG Innsbruck
und studierte Psychologin, zur Zeit Geschäftsführerin des Vereins Offene Jugendarbeit
Hohenems. Mehr Integrationswillen kann wohl nicht aufgeboten werden.
Diese Frau hat nun um die österreichische Staatsbürgerschaft eingereicht und diese wurde
ihr vorerst verweigert (Quelle:www.vol.at). Was hat Hilal Iscakars wohl angestellt, dass das
Amt so reagierte. Hat sie eine Bank ausgeraubt oder gehört sie einer Einbrecherbande an?
Kein Kopftuch
Nein, sie trägt nicht einmal das von Strache viel gehasste Kopftuch, geschweige eine Burka.
Ihre Verbrechen bestanden daraus, dass sie vier Mal falsch parkte und sechs Mal zu schnell
gefahren war, wobei die Polizeistrafen zwischen 50,- und 90,- Euro von ihr bezahlt wurden.
Das was sich hier wie ein schlechter Witz anhört, ist leider traurige Realität. Vermutlich
basiert die im Kurier angegebene Studie auf solchen Tatsachen. Es gibt ein Sprichwort das
besagt, dass der frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht
gefällt.
Integrationsablehnende Beamte
Das ist ein, vermutlich von etlichen unbekannten Fällen, bekannt gewordener Fall, wie amt-
liche Bürokraten in der Realität mit dem Integrationswillen von Türken umgehen. Wo kämen
wir denn hin, wenn sich eine jede hier geborene Türkin integriert, indem sie auch noch ein
Hochschulstudium abschliesst, werden sich jene Beamte mit Hauptschulabschluss in Hohen
-ems gedacht haben.
Fussballer wäre einfacher
Da wäre es doch auf jeden Fall besser gewesen, wenn Frau Hilal Iscakars als Mann erst ein-
ige Monate in Österreich aufhältig wäre, kein Wort Deutsch kann, aber dafür ein Fussballer
wäre.
Vielleicht sollte man auch bei der nächsten Studie die ablehnende Haltung von etlichen staat-
lichen Bürokraten gegenüber integrationswilligen Türken mit einbeziehen, um ein korrektes
Bild zu erhalten.
Stauni
2009-10-25