Öffi-Nutzer dürfen schon wieder tiefer in die Geldbörse greifen
Rot-Pink dreht erneut an der Preisschraube. Aus dem 365-Euro-Ticket wird ein immer teureres Vergnügen – und wer sich die Jahreskarte nicht auf einmal leisten kann, zahlt auch noch drauf.
Die Wiener Stadtregierung hat offenbar eine besonders einfache Methode entdeckt, um ihre Finanzen aufzubessern: Man greift den Fahrgästen in die Geldbörse. Mit 1. Jänner 2027 wird die Jahreskarte der Wiener Linien auf 483,10 Euro verteuert. Damit hat das einstige 365-Euro-Ticket innerhalb von nur zwei Jahren mehr als 32 Prozent an Preis zugelegt.
Das ist kein kleiner Inflationsaufschlag mehr. Das ist ein kräftiger Griff in die Taschen jener Menschen, die täglich zur Arbeit fahren, ihre Kinder zur Schule bringen oder aus anderen Gründen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Ausgerechnet die viel gepriesene leistbare Mobilität wird damit immer mehr zum Luxus. SPÖ und NEOS reden gerne von sozialer Verantwortung und Klimaschutz. Doch wer die Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen will, sollte ihnen nicht gleichzeitig die Fahrtkosten davonlaufen lassen.
Besonders zynisch wird es bei jenen, die sich die Jahreskarte nicht auf einmal leisten können. Wer in Raten zahlt, muss nach dem bisherigen Tarifsystem tiefer in die Tasche greifen als jemand, der den gesamten Betrag sofort auf den Tisch legen kann.
Wer wenig Geld hat, zahlt also mehr. Sozialpolitik nach Wiener Art: Die einen können sich die Einmalzahlung leisten, die anderen werden für ihre finanziellen Möglichkeiten zusätzlich zur Kasse gebeten.
Die FPÖ fordert deshalb, die Tarife für Ratenzahler einzufrieren. Eine Forderung, die angesichts der ohnehin steigenden Lebenshaltungskosten durchaus nachvollziehbar ist. Denn gerade Menschen mit kleinen Einkommen können sich ihre Ausgaben nicht beliebig schönrechnen.
Wiener-Linien-Stadträtin Ulli Sima scheint das allerdings wenig zu beeindrucken. Während die Fahrgäste immer höhere Preise bezahlen sollen, stellt sich die Frage, ob die Leistungen tatsächlich im selben Ausmaß besser werden. Teurere Tickets allein machen noch keinen pünktlichen Zug und keinen zuverlässig funktionierenden öffentlichen Verkehr.
Anstatt Jahr für Jahr die nächste Preiserhöhung zu präsentieren, wäre es wohl an der Zeit, die Kostenstrukturen der Wiener Linien genauer unter die Lupe zu nehmen. Wo kann gespart werden? Wo gibt es Einsparungspotenzial? Und warum müssen die Fahrgäste immer wieder als Erste dafür geradestehen?
Die Antwort der rot-pinken Stadtregierung scheint jedenfalls festzustehen: Die Rechnung wird erhöht, bezahlt wird von der Bevölkerung. Besonders bemerkenswert ist das angesichts des früheren Versprechens von Bürgermeister Michael Ludwig, die Jahreskarte nicht teurer zu machen. Versprechen sind in der Politik offenbar eine recht bequeme Sache – solange man sie nicht an der Kassa einlösen muss.
Am Ende bleibt eine bittere Erkenntnis: Wer in Wien auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, darf sich nicht nur auf die nächste Fahrt freuen, sondern auch auf die nächste Preiserhöhung. Und wer sich das nicht mehr leisten kann, hat offenbar Pech gehabt.
Leistbare Mobilität sieht anders aus. Aber vielleicht ist das in Wien inzwischen auch nur noch ein politisches Versprechen auf Raten.
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