Ist das die vom SPÖ-Gesundheitsminister
angekündigte Gesundheitsreform?
Das Lorenz-Böhler-Unfallspital im 20. Wiener Gemeindebezirk, schließt ab 1. Juli 2013 seine
Pforten zwischen 22:00 und 06:00 Uhr. Während diesen Zeitraum werden nur mehr akute
Notfälle, also Verletzte die mit der Rettung oder dem Hubschrauber in das Spital geliefert
werden (Anm. der Red.: Wenn es um Leben und Tod geht) versorgt.
Alle anderen um ärztliche Hilfe suchenden Patienten müssen ins UKH Meidling oder andere
Spitäler mit einer Unfall-Abteilung ausweichen. Der Hintergrund des eingeschränkten
Services des Lorenz-Böhler-Spitals ist, dass die Zahl der Patienten, die unter Tags das Spital
aufsuchten in vergangenen Jahren so stark gestiegen sei, sodass die übliche Qualität der
Versorgung gefährdet war. Dementsprechend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen
um diesen Missstand zu beseitigen, dürfte dem Gesundheitsminister nicht in den Sinn ge-
kommen sein.
Traurig meinen wir, denn damit zeigt die SPÖ-Gesundheitsreform ihre erste Auswirk-
ung. Wenn schon bei Unfallopfern gespart wird, so ist das ein Versorgungsskandal erster
Güte und damit hört sich auch jeder Spaß auf.
Trotz steigender Anzahl von Verletzten – die AUVA-Unfallkrankenhäuser versorgen im Jahr
rund 140.000 Patienten – das Angebot zu verknappen, kann wohl nur einem Schildbürger
einfallen. Nur weil die rot/schwarze Regierungskoalition seit Jahrzehnten nicht in der Lage
ist sich auf eine tatsächliche Gesundheitsreform zu einigen und endlich sinnvolle Einspar-
ungen – dabei liegt die Betonung auf „sinnvoll“ – und Strukturänderungen durchzuführen,
sind wieder einmal die Patienten die Leidtragenden.
Mit dem Verweisen von verunfallten Menschen – die zwar nicht ums Überleben kämpfen aber
trotzdem dringend ärztliche Hilfe benötigen – in andere Spitäler, wird hier nichts anderes als
das Florianiprinzip betrieben. Ganz nach dem Motto: „ Irgendwer wird sich schon um die
Unfallopfer in der Nacht kümmern, wenn auch nicht in der Qualität die ein hochspezialisier-
tes Unfallspital bieten kann“, muss jedermann(frau) hoffen, in der Nacht keinen Unfall zu
erleiden. Das ist ab 1. Juli 2013 traurige Realität in der Weltmetropole Wien und übelste
Sparpolitik auf dem Rücken von Unfallopfern.
Anstatt Steuergelder zu Gunsten der Gesundheit seiner Bürger(innen) zu investieren, ver-
schleudert man dieses lieber in EU-Pleitestaaten oder finanziert damit Asylbetrüger(innen)
und zahlreiche dubiose Vereine. Tja, weit haben wir es gebracht.
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2013-06-19