Sollen Taxilenker(innen) zum Freiwild für Räuber erklärt werden?
Wie bereits in zahlreichen Medien berichtet wurde, überfiel ein pakistanischer Asylwerber in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag einen Wiener Taxilenker. Der Vorfall spielte sich im 22. Wiener Gemeindebezirk ab. Der Räuber nahm den Lenker von hinten in den Schwitz- kasten und setzte diesem ein Messer an den Hals. Der Taxilenker griff daraufhin zu seinem Revolver, den er in der Ablage der Fahrertüre depo- niert hatte und schoss in Notwehr über seine Schulter auf den Räuber. Dabei wurde dieser tödlich getroffen. Wie die Polizei nun verlautbarte, hatte der Mann bereits zwei weitere Taxiüberfälle verübt und zwar am 1. und 2. Juni 2013 – ebenfalls in Wien Donaustadt. Es ist wahrlich interessant, wie sich der pakistanische Asylwerber seinen Lebensunterhalt verdiente. Aber noch interessanter ist die Aussage des Fachgruppenvorstehers für das Taxi- gewerbe, Christian Gerzabek. Obwohl es laut seinen eigenen Angaben heuer bereits 50 Taxiüberfälle in Wien gegeben hat, appelliert er an die 4.700 Taxilenker(innen) auf Gewalt zu verzichten und die Losung den Tätern auszuhändigen.
Screen: Kurier (Printausgabe) Den Räubern wird die Einstellung von Gerzabek mit Sicherheit gefallen, denn ein Raubopfer das sich nicht wehrt ist eine leichte Beute. Vielleicht sollten die Taxilenker(innen) in Zu- kunft einem Taxiräuber auch noch ihre Wohnungsschlüsseln aushändigen und ihre Wohn- adresse bekanntgeben, sodass sich dieser noch zusätzlich „bedienen“ kann. Ein Herr Gerzabek wird wohl kaum in die Situation eines Überfalles kommen, denn dieser sitzt wohlbehalten hinter einem Schreibtisch in der Taxiinnung. Es ist wirklich erstaunlich, dass der „Taxler-Chef“ (der selbst einmal Taxi fuhr) den Taxilenker(innen) anrät sich nicht zu verteidigen. Es wäre besser gewesen diesbezüglich überhaupt kein Statement abzu- geben. Es gibt da ein bekanntes Zitat von Bertolt Brecht das lautet: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Mit seiner Aufforderung sich gegen einen Räuber nicht zu wehren, sondern diesem die Losung auszuhändigen, hat Gerzabek in unseren Augen bereits verloren. Zusätzlich birgt seine Aussage die Gefahr, die Taxilenker(innen) zum Freiwild für kriminelles Gesindel zu erklären. ***** 2013-06-09