Ein Sparbuch zur Geburt
Frau Hannelore M., hatte zur Geburt ihres Enkelkindes Manuel, am 6. Oktober 1997 ein
Sparbuch mit 10.000,- Schilling ( € 727,-) eröffnet. Dies war eine Einmalzahlung und am
besagten Sparbuch wurden in Folge weder Einzahlungen, noch Abbuchungen vorgenom-
men.
Als sie vorige Woche ihrem Enkel das Sparbuch übergab, war für diesen die Freude groß.
Manuel wollte sich damit seinen lang gehegten Wunsch eines Mountainbikes erfüllen,
welches rund 1.000,- Euro kostet.
Sowohl die Großmutter, als auch die Eltern von Manuel rechneten fest damit, dass die
einbezahlte Summe in 14(!) Jahren, inklusiv der Zinsen, auf diese 1.000,- Euro ange-
wachsen war. Als der junge Mann jedoch auf der Bank die Zinsen nachtragen ließ, fiel er
aus allen Wolken.
36,- Euro Zinsen in 14 Jahren
Die Endsumme auf dem Sparbuch ergab 763,- Euro, also satte 36,- Euro Zinsertrag
für 14 Jahre. Die Kapitalsertragssteuer wurde gleich automatisch abgezogen, denn der
Otto Normalbürger könnte doch wie der Ex-Finanzminister, Karl Heinz Grasser, glatt verges-
sen seine Gewinne aus Kapitalerträge zu versteuern.
Bedenkt man, wie viel die betreffende Bank mit diesen 727,- Euro in den letzten 14 Jahren
verdient hat, ist der Zinsertrag von 36,- Euro eine glatte Frechheit. Hätte Großmutter
Hannelore seinerzeit die 10.000,- Schilling im Nachtkästchen aufbewahrt, wäre es auf das
gleiche hinaus gelaufen.
Sie hätte sich mehrere Bankwege, die Identifizierung des Sparbuches und die damit ver-
bundene 24-stündige Wartezeit zur Barbehebung erspart. 36,- Euro Zinsen in 14 Jahre
für 727,- Euro Kapital ist kein Witz mehr, sondern eine ausgewachsene Frechheit.
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2011-01-31