Beinahe 1000 Fälle im Opferschutzgremium Weisser Ring behandelt
Seit Bekanntwerden der ersten Gewalt- und Missbrauchsvorwürfe in ehemaligen Heimen der
Stadt Wien im Frühjahr 2010 haben sich insgesamt 1.340 Personen bei der Opferschutzein-
richtung Weisser Ring, die von der Stadt Wien mit der Abwicklung der Opferentschädigung
beauftragt wurde, gemeldet.
Insgesamt 990 Fälle wurden bisher in 22 Sitzungen des Opferschutzgremiums behandelt und abgeschlossen. Demnächst findet eine weitere Gremiumssitzung statt und es kann davon aus- gegangen werden, dass mit Ende Oktober der Bearbeitungsstand bei 1.050 aufgearbeiteten Fällen liegt. Bei allen Fällen war Gewalt im Spiel, bei 45 Prozent auch sexualisierte Gewalt. Primär betroffen sind die ehemaligen Heime Wilhelminenberg mit 259 Meldungen (Mehrfach- nennungen möglich), Eggenburg mit 128, die Hohe Warte mit 115, die Kinderübernahmsstelle (KÜST) mit 91, Biedermannsdorf mit 83, Hütteldorf mit 55, Retz mit 48, das Julius Tandler Heim mit 46, Altenberg mit 43, Wimmersdorf mit 41 und Klosterneuburg mit 39. (Quelle: APA/OTS)
Ute Bock verteidigte die Heimleiterin des Horror-Kinderheimes
Die obigen drei Absätze stammen nicht etwa vom Pressedienst der FPÖ, sondern sind eine
Aussendung des PID Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien. Wenn nun von
offizieller Seite derartige Zahlen zugegeben werden fragen wir uns, wie hoch wohl die Dunkel-
ziffer sein muss, denn wir vermuten, dass das nur die Spitze des Eisberges ist. Aber das steht
auf einem anderen Blatt Papier, denn wir wollen uns heute wieder einmal (ganz kurz) der
Frau Ute Bock zuwenden.
Wer gestern die TV-Sendung „Österreichs schockierendste Verbrechen“ (Thema Kinderheim
Wilhelminenberg) auf „PULS 4“ gesehen hat, wird möglicherweise mehr als erstaunt gewesen
sein. Ute Bock verteidigte in Interviews vehement das Horrorheim „Wilhelminenberg“ und
dessen Leiterin, welche eine gute Freundin von ihr ist. In einigen Statements gab sie sogar
den damaligen Opfern, also den Kindern – die sie wiederholt als unglaubwürdig hinstellte –
die Schuld. Ihre erstaunliche Begründung war, dass das allesamt schwer erziehbar Kinder
waren. Ferner konnte sie sich nicht vorstellen, dass die Anschuldigungen wahr sind, obwohl
alle Fakten bereits bewiesen waren und auf dem Tisch lagen.
Wir waren über die Aussagen von Ute Bock jedenfalls nicht erstaunt. Denn Ute Bock hat währ-
end ihrer Erzieherinnenlaufbahn selbst Gewalt an Kindern ausgeübt, indem sie die „üblichen
Detschn“ an diese verteilte. Auch war sie in Kenntnis darüber (jedoch ohne einzugreifen oder
wenigstens eine Anzeige zu erstatten), dass Kolleg(innen) von ihr Kinder verprügelten bis
das Blut an die Wände spritzte.
Und nun stellen wir nochmals die berechtigte Frage, warum eine Ute Bock das „Goldene
Verdienstzeichen der Republik Österreich“ erhalten hat. Seit wann werden Handlungen wie
Kinder verprügeln, das Decken von Gewalttaten an Kindern und das in Schutz nehmen des
Kinder-Horrorheimes „Wilhelminenberg“ in der Alpenrepublik mit Auszeichnungen honoriert?
***** 2012-10-12