Rekordzahl bei Tieraufnahmen: Drei von vier Tieren ausgesetzt

Das größte Tierheim Österreichs in Zahlen - Noch nie so viele Tiere betreut

Mit insgesamt 3.201 Wildtieren und 7.000 Schwalben, die im größten Tierheim Österreichs aufgenommen wurden, stellt diese Tiergruppe die mit Abstand größte Herausforderung dar. Die meisten dieser Tiere wurden uns in Not gemeldet, was die Dringlichkeit eines besseren Schutzes von Wildtieren in urbanen und ländlichen Gebieten unterstreicht.

Kleintiere ebenfalls stark vertreten

Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen machen mit 1.139 Tieren einen großen Teil der Aufnahmen aus. Insbesondere Abgaben durch Eigentümer, die sich nicht länger um ihre Tiere kümmern konnten (946 Tiere), fallen hier ins Gewicht. Dies wirft Fragen nach besserer Aufklärung über die Verantwortung bei der Anschaffung von Haustieren auf.

Hohe Zahl ausgesetzter Tiere

Ein auffälliges Detail der Statistik zeigt, dass 26 Prozent der Tiere, die im größten Tierheim Österreichs aufgenommen wurden, den Weg wieder zu ihren Eigentümern finden. Das Chippen und Registrieren von Haustieren sind im Alltag wichtig. Das bedeutet, dass drei von vier Tieren ausgesetzt wurden. Diese hohe Zahl wirft Fragen zur Tierhaltung in der Gesellschaft auf. Die Anzahl ausgesetzter kranker Tiere nimmt zu.

Erfolgreiche Vermittlungen

Erfreulicherweise konnte das Tierheim 2.307 Tiere an neue Besitzer vermitteln, wobei Hunde und Katzen die meisten Adoptanten fanden. Über 70 Prozent der Haustiere können erfolgreich vermittelt werden und erhalten so ein neues, liebevolles zu Hause.

Belastung durch Fundtiere

Aufgefundene Tiere machen mit 3.883 Fällen fast zwei Drittel aller Aufnahmen aus. Die Zahlen zeigen, dass eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung, Behörden und Tierschutzorganisationen nötig ist.

Einsatz bei Hochwasserkatastrophe – Team Tierschutz

Zusätzlich wurden im vergangenen Jahr 7.000 Schwalben während der Hochwasserkatastrophe versorgt. Rund 1.500 Freiwillige des Team Tierschutz haben in dieser Zeit unzählige Leben gerettet und gezeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement im Tierschutz ist. Das Team Tierschutz hat seine Arbeit auch nach der Hochwasserkatastrophe fortgesetzt. Emotionaler Höhepunkt der Rettungsaktionen des Team Tierschutz war sicher das Fischotterbaby Lilly.

Steigende Kosten und finanzielle Herausforderungen

Neben der Rekordzahl an aufgenommenen Tieren stellt die finanzielle Belastung das größte Tierheim Österreichs vor enorme Herausforderungen. Die Kosten für Futtermittel sind um bis zu 40 Prozent gestiegen, während auch Energie- und Materialkosten stark zugenommen haben. Langfristig steht zudem ein notwendiger Neubau bevor, da das aktuelle Gebäude nicht mehr sanierungsfähig ist. Der Untergrund ist aufgrund der früheren Nutzung zur Treibstoffraffinierung instabil. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Temperaturen über 35 Grad steigen, tritt Altöl aus dem Erdreich aus, was die Situation zusätzlich verschärft. Tierschutz Austria bittet daher dringend um Spenden. Aktuell stellt uns die vermehrte Aufnahme von Exoten – wie Affen und Schlangen – vor Herausforderungen.

Tierschutz Austria, der Wiener Tierschutzverein, wurde 1846 gegründet und ist Österreichs ältester Tierschutzverein. Unter dem Namen „Tierschutz Austria“ setzt sich der Verein landesweit für den Schutz und das Wohl von Tieren ein. Im Tierschutzhaus wurden 2024 rund 10.000 Tiere betreut. Darüber hinaus engagiert sich Tierschutz Austria für eine Gesellschaft, die das Lebensrecht aller Tiere und den Schutz ihrer Lebensräume respektiert. So können Sie helfen: Spenden – Tierschutz Austria – Die Stimme der Tiere.

*****

Lebensgefahr für Besucher des Tiergartens Schönbrunn


Österreichischer Tierschutzverein warnt vor Tuberkuloseansteckung

Bereits  2011  wurde  das Mähnenrobbenbaby DIEGO mit der Begründung eines angeborenen
Herzfehlers  euthanasiert,  2012 starb  auch seine  Mutter  ENYA,  angeblich ebenfalls an ihrem
angeborenen Herzfehler. Spätestens nach DIEGOS Tod hätte der Tiergarten ENYA untersuchen
und sie von der weiteren Zucht ausschließen müssen.
Es  ist ethisch verwerflich und auch tierschutzwidrig,  ein unter einem  Herzfehler leidendes Tier
in die Zucht aufzunehmen und somit weiteren ungesunden Nachwuchs zu zeugen.  Und das in
einem angeblich wissenschaftlich geführten Zoo!   Nun wurde ein weiteres Jungtier Opfer eines
angeborenen Herzfehlers. Für den Österreichischen Tierschutzverein ist dies entweder ein deut-
liches   Anzeichen  für  ein  Inzuchtproblem,  oder  die  Verschleierung  eines  großen  Hygiene-
problems.
Beim Tod der Robbe MONEDA im Dezember 2012 in Schönbrunn war als Todesursache Tuber-
kulose  festgestellt worden.   Im  Mai 2013  wurden  zwei  weitere Mähnenrobben wegen Tuber-
kulose (TBC)  eingeschläfert.   Liegt  hier  also  in  Wirklichkeit  ein  weiterer Fall von TBC vor?
Warum sollte die Öffentlichkeit davon nichts erfahren?
Susanne Hemetsberger,  Geschäftsführerin  des  Österreichischen Tierschutzvereins  vermutet:
„Tuberkulose kann auch beim Menschen tödlich enden. Das Übertragungsrisiko ist sehr hoch.
Vielleicht  wurde deshalb der erneute Ausbruch der Krankheit verschwiegen. Tuberkulose tritt
übrigens bei freilebenden Tierarten nicht auf und ist demzufolge, wie viele andere Zoo-Krank-
heiten auch, nur auf die nicht-artgerechte Zoo-Gefangenschaft zurückzuführen.“
Wildtiere  werden in Zoos also nicht nur ihrer Freiheit beraubt,  sondern auch Gesundheitsrisiken
ausgesetzt,  die sie in freier Wildbahn nicht fürchten müssten.   Der berühmte Eisbär KNUT starb
an einem Pferde-Herpesvirus. Die Übertragung von Krankheiten von einer Tierart auf die andere
kommt  nur  bei  derartig  unnatürlichen  Tieransammlungen vor und auch Menschen sind davor
nicht sicher.
Tuberkulose-Erreger werden nämlich am häufigsten durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen
übertragen.   Solche Tropfen entstehen durchaus auch bei der so  genannten  „Robben-Show-
Fütterung“,  beim Reinigen der Anlage mit Hochdruckreinigern oder beim direktem Kontakt zu
Tierwärtern oder Besuchern.
Der  Österreichische Tierschutzverein  fordert  eine unabhängige Untersuchung der TBC-Erkrank-
ung  in   Schönbrunn,   auch  an  weiteren  TBC-anfälligen   Tierarten   und  die  Information  der
Öffentlichkeit über jeden Schritt.   Den Steuerzahlern, die den Zoo in Milliardenhöhe unterstützen,
steht  es  zu,  selbst über die Sinnhaftigkeit dieser Institution zu entscheiden.   Dazu müssen end-
lich  Unterlagen  über  Sterbefälle  und Krankheiten im Tiergarten öffentlich zugänglich gemacht
werden. (Quelle: APA/OTS)
*****
2013-08-14

Inhalts-Ende

Es existieren keine weiteren Seiten