Betrüger die einen zum Schmunzeln bringen
Nachfolgendes Schreiben haben wir heute via Mail erhalten:
Tja, warum haben wir uns wohl nicht gemeldet? Das könnte vielleicht daran liegen, dass
wir gar kein Lotterielos gekauft haben. Den Verlust des imaginären Gewinns von 304.620,-
Euro müssen wir halt in Kauf nehmen. Dafür wurde diese Summe aber gewinnbringend
angelegt, wie es im Schreiben des „honorigen“ Anwaltes heißt. Wir sind uns aber sicher,
dass wir bald wieder über einen imaginären Millionenbetrag verfügen können.
Aber Spaß beiseite, diese Betrüger versuchen in einem Anhang dem „Gewinner“ seine
persönlichen Daten (inkl. Bank- und Kontoverbindungen) zu entlocken. Unser 1. Rat:
Den Kriminellen keinesfalls irgendwelche Informationen zukommen lassen.
Unser 2. Rat: Derartige Mitteilungen durchlesen, darüber schmunzeln und dann ab in den
virtuellen Papierkorb.
*****
2015-08-12
Amazon-Treuhandvertrag gefälscht
ERSTAUNLICH-Stammleser Helmut Harrer ist schon längere Zeit auf der Suche nach einem
Traktor. Auf der Internet-Plattform „kleinanzeigen.at“ entdeckte er nachfolgendes Inserat:
Das Angebot erschien ihm sehr günstig, denn der Kurswert des im Inserat angeführten Traktors
beträgt mindestens das Doppelte. Also schrieb er den Inserenten an um sich zu erkundigen, ob
der Preis auch stimme. Umgehend meldete sich ein gewisser Peter H. – jedoch nicht aus dem
22. Wiener Gemeindebezirk – sondern angeblich aus Finnland.
Er erklärte Harrer, dass der Traktor in Finnland steht und der Preis deshalb so günstig ist, weil
dieser deutsche Papiere hat und aus Kostengründen nie umgemeldet wurde. Auch gäbe es
in Finnland keine Interessenten und keinen Ersatzteilsupport für den Traktor, da dort andere
Marken in Verwendung stehen. Peter H. räumte auch umgehend ein, dass er das Geld bis
spätestens 1. September 2013 benötiget, da er seine geschiedene Frau auszahlen muss.
So, jetzt war die Sache mit dem günstigen Preis geklärt. Der nächste Punkt den Harrer
erfuhr war, dass für den Transport des Traktors 800,- Euro zu begleichen wären.
Helmut Harrer erklärte dem Peter H., dass er lediglich auf eine Kleinanzeige und ein Telefon-
gespräche nicht bereit ist, einen Geldbetrag an einen Unbekannten zu überweisen. Dazu
passiere zu viel im Internet. Der angebliche Finne zeigte sich verständnisvoll und schlug
Harrer vor, ihm eine Kopie seines Reisepasses zu mailen und den Verkauf über ein Treuhand-
konto bei „Amazon“ abzuwickeln. Damit wären sowohl Verkäufer und Käufer vor einem
Betrug geschützt.
Damit war Helmut Harrer einverstanden und erhielt umgehend nachfolgende Kopie eines
Reisepasses:
Ob der wahre Passinhaber weiß, dass mit seiner Identität betrogen wird?
Harrer ist aber kein blauäugiger Mensch und sehr wohl in Kenntnis darüber, dass speziell im
Internet immer wieder Identitäten gestohlen werden. Daher schenkte er der Passkopie kein
Vertrauen und wartete das Schreiben von „Amazon“ ab. Dieses kam am nächsten Tag, zeit-
gleich mit einem Anruf eines angeblichen Mitarbeiters von „Amazon“.
Vergrößern: Bild mit rechter Maustaste anklicken und „Grafik anzeigen“ bestätigen.
Der gefälschte Amazon-Treuhandvertrag!
Der angebliche Amazon-Mitarbeiter war sehr nett am Telefon und erklärte Harrer, dass er den
Vertrag bereits erhalten haben muss und er die Summe von 16.800,- Euro überweisen soll.
Harrer las sich den Vertrag von „Amazon“ genau durch und wurde stutzig. Teilweise war
der Text in einem holprigen Deutsch geschrieben. Auch die Groß- und Kleinschreibung ließ
des Öfteren zu wünschen übrig. Auch kam ihm die Angabe des Kontos – lautend auf:
Payments Amazon Dragomir – nicht koscher vor.
Also erkundigte sich Helmut Harrer bei der Firma „Amazon“. Er ließ ihnen den „Vertrag“
zukommen und erhielt folgende Antwort:
Diese Betrugsmasche ist neu. Gescheitert ist der Betrüger an seinem schlechten Deutsch und
an der Wachsamkeit des Interessenten. Was sagt uns das? Man sollte jedenfalls Rücksprache
mit jener Firma halten, über die ein Treuhandvertrag abwickelt werden soll. Denn wir
sind uns sicher, dass die Betrüger ihre Deutschkenntnisse verbessern werden um besser
betrügen zu können.
*****
2013-08-18
Erbschaften und Lottogewinne via Internet
Wie alle Internet-User(innen) erhalten auch wir täglich Mails, in denen wir über Lottogewinne
(obwohl wir gar nicht mitgespielt haben) oder Erbschaften (von uns völlig unbekannten ver-
storbenen Personen) informiert werden. Wir bräuchten bloß unsere Daten – wenn möglich
Bankkonto mit Pin-Code – bekanntgeben und/oder eine Anzahlung für den Geldtransfer
leisten.
Es erstaunt uns immer wieder, dass es Personen gibt, die auf diese Betrugsmasche hineinfal-
len. Aber bekannterweise ist die Gier ein Hund, den offenbar etliche Menschen bei Fuß haben
wollen. Heute allerdings erhielten wir nachfolgendes Betrugsmail aus dem wir nicht schlau
werden.
Screen: © erstaunlich.at
Die uns unbekannte Roseline Harry teilt uns mit, dass ihr verstorbener Mann zu Lebzeiten
17,5 Millionen britische Pfund bei einer europäischen Finanzierungsgesellschaft deponiert
hat. Sie selbst habe nun nach einem Schlaganfall beschlossen, diesen Fond der Kirche oder
einer christlichen Person zu spenden, sofern diese das Geld zur Finanzierung von Waisen-
häusern, Witwen oder „andere weniger Privilegien“ (was immer das auch bedeuten mag)
verwenden wird.
Was uns bei diesem Mail „stört“ ist die Tatsache, dass wir hier nicht erkennen, wie wir über
den Tisch gezogen werden sollen. Roseline Harry will keine Daten und auch keinen Pin-
Code. Auch bietet sie uns nicht das Geld gegen eine Anzahlung für den Anwalt (die bei
diesen Betrügereien, die angebliche Transaktion abwickeln) an. Wo also liegt bei diesem
Betrugsmail der Hase im Pfeffer?
*****
2013-06-25