Ist Wiens Vizebürgermeisterin Brauner für leistbares Wohnen?


Vor Wahlen brennt immer der Hut

Immer  wenn  Wahlen  nahen,  überschlagen  sich  die politischen Parteien Österreichs in zahl-
reichen  Versprechungen.   So auch diesmal,  denn im kommenden Herbst finden Nationalrats-
wahlen  statt.   Als  besonderes  Wahlversprechen  steht  diesmal  „leistbares  Wohnen“   am
Programm.
 
Wer die Geschehnisse rund um dieses Thema in letzter Zeit verfolgt hat wird festgestellt haben,
dass  gerade die SPÖ  besonders  tief in den Wahlzuckerl-Topf gegriffen hat.   Egal ob es sich
dabei um die Forderung der Abschaffung der Maklergebühr handelt,  bis hin zur  Präsentierung
eines 7-Punkte Programms.
 
Screen: spoe.at
 
Die  rote  Gemeinde  Wien  ist  der  größte Hausherr Österreichs.   Das bringt uns natürlich zur
Frage,  warum das Thema  „leistbares Wohnen“  auf einmal sechs Monate vor den Nationalrats-
wahlen aufs Tablett kommt. Lag es doch bis dato ohnehin in der Hand von SPÖ-Politiker(innen)
dafür Sorge zu tragen.   Aber scheinbar gilt hier die Devise Wasser predigen und Wein trinken,
wie nachfolgender Screenshot dokumentiert.
 
Screen:  poep.at
 
Den  Wahrheitsgehalt  des  obigen Beitrags (Screenshot) können wir nicht bestätigen,  da wir
leider  nicht  im  Besitz der notwendigen Unterlagen sind.   Aber wie sagt ein altes Sprichwort:
„Kein  Rauch  ohne  Feuer!“   Allerdings  haben  wir zum Thema  „leistbares Wohnen“  weiter
recherchiert und sind auf Erstaunliches gestoßen.
 

Doch kein leistbares Wohnen unter SPÖ-Brauner- Präsidentschaft

Da gibt es in Wien den sogenannten  „Zuwander-Fonds“,  der mit der SPÖ  „natürlich“  nichts
zu tun hat.  Dass die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Vizebürgermeisterin sowie Stadt-
rätin  für  Finanzen,  Wirtschaftspolitik  und Wiener Stadtwerke,  Mag. Renate Brauner, Präsi-
dentin  dieses  Fonds  ist,  ist natürlich  purer Zufall.   Auch  sonstige  Vertreter der SPÖ im
Vorstand  bzw.  in  der  Geschäftsführung sind rein zufälliger Natur –  wie beispielsweise der
GESIBA-Aufsichtsrat Obermagistratsrat Dr. Kurt-Peter Chylik.
 
Laut  eigener  Aussage bietet der „Zuwanderer-Fonds“ Menschen,  die aus dem In- und Aus-
land nach Wien zuwandern wollen,  Wohnraum in rund 2.900 möblierten Apartments.  Dass
gerade  dieses Klientel nicht besonders  finanzstark  ist , ist  allgemein bekannt.  Aber das
hindert den „Zuwanderer-Fonds“ nicht daran kräftig zur Kassa zu bitten.
 
Angeboten  werden  möblierte  Kleinstwohnungen für maximal zwei Personen.   Da wird bei-
spielsweise  ein  Einzimmer-Apartment,  in  der  Breitenfurter Straße 372  –  im  23. Wiener
Gemeindebezirk, ab 470,- Euro angeboten.  Im Preis sind Heizung und Strom inkludiert.
 
Rechnet  man  für  ein  Zimmer  maximal  70,- Euro  monatlich  Heiz- und Stromkosten, ver-
bleiben 400,- Euro Miete für ein Einzimmer-Apartment.   Das finden wir nicht günstig,  denn
private  Apartment-Vermieter  bieten  derartiges bereits ab  200,- Euro an.   Während diese
meist  ein  bis maximal zwei Monatsmieten an Kaution verlangen,  schlägt der „Zuwanderer-
Fonds“  mit  sage und schreibe  (!) 2.800,- Euro zu.   Da rückt „leistbares Wohnen“ in weite
Ferne.  Denn  hier  ist  bei  Anmietung  eines  Einzimmer-Apartments  immerhin  die stolze
Summe von 3.270,- Euro  zzgl. Vertragsgebühr auf den Tisch des Hauses zu legen.
 
Besonders  erwähnenswert  ist die Tatsache,  dass der  „Zuwanderer-Fonds“ seinen zukünft-
igen Mietern eine Mindestwohndauer von 7 Monaten abverlangt.  Begründet wird dies mit der
hanebüchenen  Ausrede,  den  Verwaltungsaufwand  und  die  dafür  anfallenden  Kosten in
Grenzen zu halten. Das sehen wir anders, denn wie heißt es so schön: „In der Not frisst der
Teufel auch Fliegen!“   Das dürfte auf Wohnungssuchende zutreffen.  Diese werden vermut-
lich nach spätestens 3 Monaten feststellen,  dass es in Wien weit günstigere Mietangebote
gibt.   Sollten  sie sich nun  für einen  Wohnungswechsel entscheiden, werden sie sich ihre
Kaution für  den  Rest  auf die Differenz zu den  7 Monaten Mindestwohndauer aufzeichnen
können.
 
In einer jüngst veröffentlichten Presseaussendung bezeichnete der  Vorsitzende der Sozial-
istischen  Jugend  Österreichs,  Wolfgang Moitzi,  Hausbesitzer(innen)  als  Hausbesetzer-
(innen).   Ob er da wohl den  „Zuwander-Fonds“ unter der Präsidentschaft seiner Genossin
Renate Brauner gemeint hat?
 
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2013-04-07
 

PUNKS – Wohnen macht frei

 

Das Punkhaus

Im Haus Johnstraße 45 wurde ein Wohnprojekt mit sozialarbeiterischer Betreuung für die Ziel-
gruppe Punks und andere sozial auffällige junge Erwachsene geschaffen. Doch nun stellte sich
heraus, was der Spaß kostet: 9.100,-  Euro pro Wohnplatz pro Person.
Lustige Fahnen mit allerlei intelligenten Aufschriften wehen von der Fassade

Anarchie wird proklamiert

In der Johnstraße 45, 1150 Wien, ist die Bleibe. Anarchie-Transparente hängen beim Fenster
heraus. Es ist ein Kultur- und Wohnzentrum, das die Stadt Wien geschaffen hat. Sozialarbeiter
haben, so Zeitungsberichte, fast keinen Zutritt mehr ins Haus. Die Punks wollen in Ruhe gelas-
sen werden und lassen die Sozialarbeiter teilweise nicht mehr hinein.
  
Einige Zeitungen schrieben, dass diese keinen Haustorschlüssel mehr haben. Denn Punks
mögen keine Sozialarbeiter. Bestensfalls am Sozialamt, wenn sie die monatlichen Unter-
stützung abholen. Denn einer Arbeit gehen die meisten nicht nach.

Kontrollamtsbericht

Das Kontrollamt hält fest, Seite 17 zum Punkhaus: „Wie in anderen Großstädten existiert auch
in Wien eine Gruppe von jungen, (temporär) obdachlosen Erwachsenen, die den so genannten
Punks zugeordnet werden.
Gemäß den vom Kontrollamt durchgeführten Recherchen im Internet stellt sich ein Punk gegen
alle Konventionen, die Konsumgesellschaft und das Bürgertum.“
Rund 30 akut obdachlose Punks, teilweise mit Haustieren, wohnen im Punkhaus Johnstraße,
nachdem das Ernst Kirchweger Haus in Wien Favoriten von der Gemeinde gekauft und unter
Aufsicht des Fonds Soziales Wien weitergeführt wurde.
  
Die anarchische Variante ist das Ersatzhaus in der Johnstraße 45 geworden. Dazu schuf man
auch im Herbst 2007 durch den Fachbereich „Betreutes Wohnen“ des Fonds Soziales Wien
ein „Wohnprojekt“ und stellte Sozialarbeiter ab.

Überteuert gekauft ?

Diese Betreuer kosten im Jahr, so der Kontrollamtsbericht, 216.548,58,-  Euro im Jahr (fünf
Sozialarbeiter). Kritikpunkt ist auch das Haus selbst: Es wurde um 800.000,-  Euro gekauft.
Das entspräche, sagen Kritiker, in dieser Wohnlage 25% über Verkehrswert.
  
Das Haus wurde mit Wiener Steuergelder saniert und es liefen weitere Kosten an.
In Summe gab Wien für die Johnstraße 45 1 Million 489.510,-  Euro (lt. Kontrollamt) aus.
Die Betriebskosten (Mietkosten gibt es ja keine) liegen bei 364.951,19 Euro für 40 Punk-Mieter.
Das macht: 9.123,- Euro pro Jahr.
Die Stadt Wien spricht heute von einer überstürzten Aktion mit dem Hauskauf. „Mit dem Projekt
Johnstraße 45 sollte zur Beruhigung der Lage im öffentlichen Raum sowie zur Vermeidung von
Krawallen bzw. weiteren Hausbesetzungen beigetragen werden“, so das Kontrollamt.
    
Daher sind die Punks, die nach einem Streit mit dem Fonds Soziales Wien aus dem Ernst
Kirchweger Haus ausgezogen waren, nun Hausbesitzer.
Die Opposition wie ÖVP und FPÖ fordert seit Bestand die sofortige Schließung des Hauses
Johnstraße 45.

Zum Schandfleck gemacht

Das Erstaunliche ist auch der Zustand des Hauses. In kürzester Zeit wurde die Fassade
„liebevoll verziert“. Jeder private Hausbesitzer hätte sofort den Magistrat am Hals und
würde unmissverständlich dazu aufgefordert werden, einen ordnungsgemäßen Zustand
herzustellen.
Erstaunliche Stadtarchitekten bemühen sich um eine stilvolle Fassade
   
Nicht so beim Punkhaus in der Johnstrasse. Dort sieht man großzügig darüber hinweg,
wie das Stadtbild verunstaltet wird. Wahrscheinlich gibt es keinen Beamten des Magistrates,
der dort „freiwillig“ amtshandeln will.

Millioneninvestition für Stadtbild

 
Interessant ist auch, dass man vor nicht gar zu langer Zeit, den dort befindlichen Meisel-
markt um Millionen renovierte und in spätere Folge vis a vis eine Verschandelung des
Stadtbildes zulässt.
Auch die Besitzer und Bewohner der Nachbarhäuser haben ihre helle Freude an ihren
neuen Nachbarn , den Punkern.
Warum man ein derart „soziales“ Projekt nicht in einem aufgelassen Industriezentrum
angesiedelt hat, wird voll immer ein Geheimnis jener Leute bleiben, die eine Johnstrasse
45 ermöglicht haben.
Pikantes Detail am Rande. Die Punker reklamierten warum sie keine Mietverträge erhalten
haben. Erstaunlich das gerade jene Leute, die ganz offensichtlich Recht und Ordnung ab-
lehnen, diese Komponenten für sich einfordern.
Stauni
2009-03-24
(Bitte beachten Sie den Einsendeschluss (31.03.2009)  unseres prämierten Ideenwett-
bewerbes im Beitrag  „Die Rathausfrau“  vom 21.03.2009)  

 

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