Probleme bei Wiener Kindergärten sind hausgemacht


Es fehlen rund 600 Kindergartenpädagogen

Der viel gelobte Gratis-Kindergarten der Wiener SPÖ scheint nicht das zu sein, was
man  der  Bevölkerung  versprochen  hat.   Während  es  immer  noch endlos lange
Wartelisten  gibt  und  die  Räumlichkeiten oftmals dramatisch überfüllt sind,  sollte
man die Kinder am besten schon vor der Geburt anmelden.
Dazu  gesellt  sich  das  nächste  Problem,  nämlich  der Personalmangel.   In Wien
fehlen  rund  600  Kindergartenpädagogen.   Eigentlich  ist  es wenig verwunderlich,
dass  Kindergärtner(innen)  aus  Wien abwandern oder gar nicht in diesem Bereich
tätig sein wollen.   Denn abgesehen von der nicht gerade üppigen Bezahlung, sind
suboptimale  Arbeitsbedingungen  an  der  Tagesordnung.    Nicht  selten  ist  eine
Person  alleine  für  25 Kinder  zuständig und das ist eine Zumutung für die Kinder,
wie auch für die Betreuer.
Im  europäischen  Vergleich  ist die Situation der österreichischen Kindergärten
beschämend.   Die Konsequenz ist,  dass wertvolles Entwicklungspotential ver-
nachlässigt  wird.   Außerdem  bleiben dadurch nicht nur die Defizite bei vielen
Kindern unentdeckt, sondern auch Begabungen verborgen.
Es  müssten  bessere Rahmenbedingungen geschaffen und die Bezahlung der
Kindergärtner(innen)  verbessert  werden.  Auch  die Einführung internationaler
Standards  im  Bereich  der  Kindergartenpädagogik wäre von Vorteil.  Optimal
wäre es, wenn es für 20 Kinder, vier bis fünf Pädagogen geben würde. Andern-
falls darf man sich nicht wundern, wenn die Landflucht weiter zunimmt.
Die Flüchtlingskrise verschärft das Personalproblem in den Kindergärten. Denn
auch  für  die  Betreuung  der  Asylanten  werden  Pädagogen  benötigt.  Woher
man  diese  allerdings  nehmen  will  erscheint  schleierhaft.   Zudem  wäre  die
Stadt Wien  gut beraten,  Geld in die eigenen Kindergärten bzw.  in die großen
Trägervereine zu investieren, anstatt wie in jene eines Abdullah P.
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2016-06-07