Drei Wachzimmer in Wien „Innere Stadt“ geschlossen


Gefährlicher und unverantwortlicher Anschlag auf die Sicherheit

Es ist nicht einmal noch zwei Jahre her, da erklärte Wiens Bürgermeister in einem Gespräch
mit  dem  WIENER BEZIRKSBLATT-Chefredakteur  Thomas  Landgraf,  dass  er  gegen das
Sperren von Wachstube in den inneren Bezirken sei.
Screen: innerestadt.spoe.at
Offenbar  scheint  Wiens  Bürgermeister  sehr  wankelmütig  zu  sein und seine Meinung
permanent zu ändern.   Denn mit heutigem Tage wurden die drei Wachzimmer Am Hof,
Schmerlingplatz  und Stubenring  (alle in Wien „Innere Stadt“)  geschlossen.  Scheinbar
ist  Häupl – aus welchem Grund auch immer – vor  der Innenministerin,  mit ihrer Manie
zur Wachzimmerschließung,  in die Knie gegangen.
In Anbetracht der stets steigenden Kriminalität ist eine derartige Schließung ein gefähr-
licher und unverantwortlicher Anschlag auf die Sicherheit der Wiener Innenstadt.  Diese
führt  nämlich  in der Kriminalitätsstatistik eine ungebrochenen Spitzenposition an.  Auf
jeden Bewohner kommt im Schnitt etwa eine Straftat pro Jahr.
Laut dem letzten Sicherheitsbericht 2013 liegt der kleine erste Bezirk mit gesamt 15.944
Straftaten im Vergleich bei weitem an der Spitze:
Auf  jeden Bewohner kommen genau 0,98 Straftaten im Jahr,  in anderen Wiener Bezirken
liegt die Zahl bei 0,07 bis 0,21 Straftaten pro Kopf,  also bei nicht einmal einem Fünftel der
Horrorzahl  der  Inneren Stadt.   Das betrifft im Übrigen nicht nur Bagatelldelikte,  auch bei
schweren Delikten, also Verbrechen liegt die Zahl alarmierend hoch: Auf jeden Innenstadt-
bewohner entfallen pro Jahr  0,14 Verbrechen,  Platz zwei geht an den zweiten Bezirk mit
etwa einem Drittel des Wertes der Innenstadt: 0,05.
Zudem  ist mittlerweile auch klar,  dass für die Beamten in den verbleibenden Dienststellen
nicht  genügend  Raum  zur Verfügung steht,  obwohl der Soll-Personalstand von rund 400
Polizisten mit tatsächlich rund 300 im Bezirk anwesenden Beamten nicht annähernd erfüllt
ist. Vom Platzbedarf der von Häupl und Mikl-Leitner großartig versprochenen Personalauf-
stockungen  von  „1000 Polizisten für Wien“,  von  denen  bekanntlich  nichts zu sehen ist,
ganz zu schweigen.
Es ist es daher völlig unverständlich,  warum der  Wiener Bürgermeister dem gefährlichen
und  unverantwortlichen  Zusperr-Konzept  der Innenministerin  nichts entgegen gehalten
hat, wo er doch laut seiner eigenen Aussage,  sich gegen die Sperren von Wachstuben in
den inneren Bezirken Wiens ausspricht.
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2015-03-09