Franks Scherbenhaufen


Mittlerweile dürfte nicht einmal Stronach selbst wissen,

wer denn jetzt noch zu seiner Partei gehört – und wer nicht

Zwei Wochen nach der Wahl ist das Team Stronach zertrümmert.  Und das Ansehen des Partei-
chefs nachhaltig beschädigt. Frank Stronach könnte einem fast leidtun. Da geht ein alter Mann,
der  in  seinem  Leben  viel  erreicht hat,  her und setzt seine Reputation und viel Geld ein, um
plötzlich  in der Politik mitzumischen.   Aus durchaus hehren Motiven heraus übrigens,  weil in
der heimischen Bundespolitik tatsächlich vieles im Argen liegt.  Zumindest bis hierher ist nach-
vollziehbar, dass Stronach eingreifen und einen Wechsel herbeiführen wollte.
Nicht mehr verständlich ist, wie er seine Idee umsetzte.   Dass er mit viel Geld winkte, sich einen
Parlamentsklub  zusammenkaufte  und  Anhänger um sich scharte.  Dass er tatsächlich glaubte
und noch immer glaubt, er könne seine so genannte Partei wie ein Unternehmen führen:
Frank  schafft an,  und  alle  tun,  was er will.   Dass  er  davon  überzeugt ist,  mit  den  drei Wort-
hülsen Wahrheit, Transparenz und Fairness das ersetzen zu können, was andere ein Programm
oder zumindest Inhalte nennen.   Und dass er allen Ernstes glaubt, sein Name allein sei Garant
für Erfolg.
In  Tirol  ist  die  Strategie  des  Teams Stronach  völlig  in die Hose gegangen.   Mittlerweile dürfte
nicht  einmal  er  noch genau wissen,  wer denn jetzt zu seiner Partei gehört, wer zwischenzeitlich
bereits ausgeschlossen oder wieder aufgenommen wurde. Angesichts des langsam in die Gänge
kommenden Nationalratswahlkampfs stehen Politikbeobachter vor der Wahl,  ob sie sich ob des
erbärmlichen Zustands dieser Truppe amüsieren oder angeödet abwenden sollen.
Wie  sich  die  Neo-Partei  in jenen Bundesländern hält,  in denen sie den Einzug in den Landtag
schaffte,  wird sich weisen.   In Tirol  jedenfalls steht  Frank Stronach vor einem  Scherbenhaufen,
für den er selber verantwortlich ist, den er selber mitverursacht hat. Leidtun muss er uns deshalb
nicht. Er hat es ja selbst so gewollt. (Quelle: APA/OTS – Presseaussendung der Tiroler Tageszeitung)
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2013-05-12