Peter Hochegger packte aus
Gestern wurde der Lobbyist Peter Hochegger im Untersuchungsausschuss vernommen. In seinem knapp vierstündigen Verhör kam allerlei Interessantes zu Tage. Laut seiner Aussage standen in den Jahren 2000 bis 2010, 28 Politiker, Parteimitarbeiter und Funktionäre ver- schiedener Fraktionen auf seiner Gehaltsliste. Diese teilten sich laut Hocheggers Aussage, unter anderem auf folgende Parteien bzw. Mitarbeiter auf. SPÖ: Alfred Gusenbauer, Karl Blecha, Peter Schieder, Oliver Wagner, Heinz Lederer. ÖVP: Ernst Strasser, Andreas Schneider, Stefan Krenn. FPÖ bzw. BZÖ: Walter Meischberger, Hubert Gorbach, Mathias Reichhold, Reinhart Gaugg. Grüne: Monika Langthaler, sowie weiter vier Mitarbeiter der Grünen. Folgt man nun Hocheggers Aussage, waren Politiker bzw. Funktionäre aller Parteien, in irgend- einer Weise mit oder in seinen Geschäften involviert. Ausnahmen bilden nur die KPÖ und das LIF. Das ist auch verständlich, denn diese beiden Parteien haben in Österreich keinerlei be- deutenden Einfluss. Damit lässt Peter Hochegger eigentlich niemanden aus und kommt dadurch auch nicht in den Geruch zu lügen. Warum sollte er auch, hätte er doch keinen Vorteil davon, weil er eben alle in die Pfanne haut. Daher sind uns etliche Reaktionen, von denen wir nachfolgend drei präsent- ieren, völlig unverständlich.Hochegger ist laut Pilz ein Denunziant
Für den selbsternannten Skandal-Aufdecker und Korruptionsjäger Peter Pilz, ist Hochegger auf einmal ein Denunziant. Warum wohl? Es wird doch nicht daran liegen, weil der Lobbyist auch Namen von Grünen genannt hat. „Peter Hochegger hat gestern in seiner Aussage im Untersuchungsausschuss zwei Mitarbeiter seiner Firma als Empfänger von Geldflüssen im Zusammenhang mit den Grünen denunziert“, so Pilz. Er wirft Hochegger vor, durch gezielte Denunziationen davon abzulenken, dass die Hauptfarben der Korruption schwarz und blau sind und die Grünen als einzige Partei von keinem Korruptionsfall betroffen sind. Die Aussage von Pilz ist nicht schlüssig, denn Hochegger hat sowohl die Blauen als auch die Schwarzen auf den Markt geworfen. Außerdem hat Pilz nach eigener Aussage, das gesamte Material seinen Anwälten zur Prüfung übergeben. Auch das ist für uns unverständlich. Warum übergibt er eventuell vorhandenes Entlastungsmaterial nicht dem unabhängigen U-Ausschuss – mit einer Grünen als Vorsitzenden – und wartet ab wie dieser entscheidet?Rot und Schwarz reagierten ebenfalls nervös
Auch der ehemalige Bundeskanzler, Dr. Alfred Gusenbauer, reagierte gereizt und ließ durch seinen Anwalt, Dr. Leopold Specht, folgendes ausrichten: „Herr Dr. Alfred Gusenbauer hat zu keiner Zeit, weder direkt noch indirekt, für Herrn Peter Hochegger gearbeitet. Das von Herrn Peter Hochegger behauptete Jahresgehalt von 100.000 Euro ist frei erfunden. Die Herrn Dr. Alfred Gusenbauer betreffende Aussage von Herrn Peter Hochegger vor dem Untersuchungsausschuss ist unwahr. Herr Dr. Alfred Gusenbauer wird die sich daraus ergebenden rechtlichen Schritte setzen.“ Auch hier stellt sich wieder die Frage, warum Beweismaterial die Hochegger als Lügner ent- tarnen würde, nicht dem U-Ausschuss übergeben werden. Hat Dr. Gusenbauer so wenig Vertrauen in einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss? Wir sind doch hier in Öster- reich und nicht in einer russischen Föderation. Der ÖVP-Ableger „Die Junge Wirtschaft“ hat ebenfalls nie Geld von Hochegger erhalten. Dazu die Bundesgeschäftsführerin der Jungen Wirtschaft (JW), Elisabeth Zehetner, wörtlich: „“Die Junge Wirtschaft hat niemals Geld von der Firma Hochegger bekommen.“ Bei den drei obig angeführten Reaktionen fällt uns der Gassenhauer der EAV „Küss die Hand schöne Frau“ ein. Da ruft ein One-Night-Stand ihren Lover am nächsten Tag in dessen ehe- lichen Schlafzimmer an. In seiner Verlegenheit sagt dieser: „Helga wer? Helga wie? Diesen Namen hört ich nie.“ Vielleicht sollte die Wiener Kultband einen neuen Song komponieren, der den Satz „Hochegger wer? Hochegger wie? Diesen Namen hört ich nie“ beinhaltet.
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