Dörfler will Gewerkschaften abschaffen


Was ist mit Dörfler los?

Wenn die FPÖ schon dabei ist Ordnung in ihren eigenen Reihen zu machen, wäre sie
gut  beraten  sich  vom  Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zu trennen.
Denn  sein  heutiger Vorschlag  in  einem Gespräch mit der Austria Presse Agentur ist
demokratiepolitisch bedenklich  und  grenzt  möglicherweise  an  parteischädigendes
Verhalten.

Er schlägt allen Ernstes die Auflösung der Gewerkschaften vor.  Wir wissen  nicht was

im  Kopf  dieses  Mannes vorgegangen ist.  Möglicherweise war es ein Frustverhalten
wegen der (fast) winterlichen Temperaturen im Hochsommer  oder  ein  falsches Pilz-
gericht.

Vitamin „P“ statt Qualifikation

Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass die Gewerkschaften als Versorgungs-
posten für SPÖ- und ÖVP-Bonzen dienen.  Aber niemand  wird gezwungen  der  Ge-
werkschaft  beizutreten  und  damit  als  Sponsor  für  dieses  Polit-Klientel zu dienen.
Einzig  in  Staats- und Gemeindebetrieben  oder  in  deren  wirtschaftlich-politischer
Nähe befindlichen Insitutionen, besteht ein indirekter Zwang zum Gewerkschaftsbei-
tritt.

Dies aber auch nur,  wenn der/die Arbeitnehmer(in)  eine Karriere in diesem Betrieb
anstrebt. Denn in diesen Betrieben erfolgen Beförderungen selten wegen der Quali-
fikation einer Person,  sondern  meist  wegen  Vitamin  „P“  (Protektion).  In  diesem
Fall ist es von Vorteil der Gewerkschaft anzugehören.

Zwangsmitgliedschaft bei AK und WK  abgeschaffen

Aber Dörfler setzt noch einen drauf und meint, dass die Arbeiterkammer die Agenden
der  Gewerkschaft  übernehmen soll.  Auf Grund dieser Ausage zweifeln wir am Sach-
verstand  des Kärntner Landeshauptmannes Dörfler. Ein Zwangsverein hat  nicht ein-
mal  das  geringste  Interesse  sich  wirklich  für  die  Anliegen  und  Interessen seiner
Zwangsmitglieder einzusetzen.

Bestes  Beispiel  dafür  ist  die  Wirtschaftskammer. Zwangsvereine wie diese und die

Arbeiterkammer vertreten vorwiegend die Interessen ihrer politischen Fraktionen und
setzen deren Anliegen ohne Rücksicht auf Verluste ihrer Zwangsmitglieder durch.  

Hätte  Gerhard Dörfler  nur  fünf Minuten nachgedacht bevor er das Gespräch mit der
Austria  Presse  Agentur  führte,  wäre  er wohl  zu  dem  Ergebnis  gekommen,  dass

eigentlich Zwangsvereine a la Arbeiter- und Wirtschaftskammer abgeschafft gehören.

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2011-07-31