Herbe Kritik von allen politischen Seiten
So und so ähnlich lauten die Kommentare zur Kandidatur-Ankündigung des Austro-Kanadiers
und Selfmade-Milliardär Frank Stronach, zur Nationalratswahl 2013.
Screen: APA/OTS
Stronach ist mit Sicherheit ein Populist, aber seine Aussagen haben durchwegs einen realen
Hintergrund. Beispielsweise kritisiert er, dass sich das 8-Millionen Einwohnerland Österreich
sage und schreibe 21 verschiedene Sozialversicherungssysteme leistet. Oder die Missstände
bei der schwer defizitären ÖBB. Er führt dazu aus, dass diese Institutionen eigentlich dazu
dienen, Politgünstlinge mit gut dotierten Posten zu versorgen.
Da gibt es beispielsweise noch die Kammern und Innungen, die bei Stronach nicht gut weg-
kommen. Diese leben laut dem Selfmade-Milliardär wie die Maden im Speck und das auf
Kosten der Wirtschaft. Dabei bringen diese Institutionen keine adäquaten Gegenleistungen
zu den Geldern, die sie zwangsweise vereinnahmen.
Stronach traut sich auch das heiße Eisen der Arbeitsunwilligen anzufassen. Seiner Meinung
nach ist es falsch, diesen Personen unbegrenzte Unterstützung zu gewähren. Das Traurige
bei Stronachs Aussagen ist, dass er in allen Punkten Recht hat.
Aber warum bezeichnen wir Stronach als Populist, wo wir doch mit seiner Meinung überein-
stimmen. Wir titulieren ihn deshalb als solchen, weil wir fest davon überzeugt sind, dass er
zu 100% in Kenntnis ist, dass er an den Zuständen in der Alpenrepublik – in der ihm noch
verbleibenden Zeit auf Erden – nichts ändern kann.
Dazu ist der Politsumpf zu verfilzt und die Zeit (vermutlich Jahrzehnte) um diesen Filz aufzu-
lösen scheitert schon an der Biologie. Diese wird Stronach (der Mann ist immerhin schon
80 Jahre alt) einen kräftigen Strich durch seine Rechnung machen. Und unserer Meinung
nach ist sich Stronach dieser Tatsache bewußt.
Dazu kommt noch, dass er mit eingekauften Politiker(innen) der letzten Garnitur, ein polit-
isches Netzwerk aufzubauen versucht. Aber Stronach hat damit schon etwas in der Polit-
landschaft verändert. Konventioneller Weise werden Politiker(innen) von Lobbyisten erst
nach der Wahl gekauft. Er tat und tut dies bereits davor.
Allerdings muss man dem Mann mit dem Schwarzenegger-Akzent eines lassen. Er hat be-
reits bewiesen was er kann. Und das unterscheidet ihn von seinen Kritiker(innen). Diese
müssten erst mal dort hinriechen, wo Stronach hingemacht hat.
***** 2012-09-29