Bumerang-Effekt
Wie wir im Beitrag „Der Prügelknabe der Nation“ berichteten, versucht die linke Reichs-
hälft permanent den FPÖ Chef für Dinge in die Verantwortung zu nehmen, die gar
nicht in seine Kompetenz gefallen sind. So ortete der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, Günther Kräuter, im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen ehemaligen FPÖ- bzw. BZÖ-Minister Hubert Gorbach in Sachen Telekom, massiven Erklärungsbedarf beim FPÖ-Obmann H.C. Strache.
Das erstaunliche dabei ist jedoch, dass H.C. Strache zu jener Zeit ein kleiner, mehr oder weniger unbedeutender Kommunalpolitiker war. Die damalige FPÖ ist heute das heutige BZÖ, in der alle in diesen Skandal involvierten Personen eine neue politische Heimat fanden. Der Versuch seitens der SPÖ, jegliche Schuld in Straches Schuhe schieben zu wollen, scheint sich nun zum Bumerang zu entwickeln.
Verflechtungen Hocheggers mit SPÖ aufklären
Im Zuge des Telekom-Skandals sollte man auch dringend die Zeit vor dem Jahr 2000
beleuchten, forderte FPÖ-Bundesparteiobmann H.C. Strache im weiteren Verlauf seiner heutigen Pressekonferenz, denn die Firma Hochegger sei schließlich nicht erst in der Schüssel-Zeit aktiv geworden.
So liest sich das Auftragsbuch der Hocheggers vor 2000 wie das „Who is Who“ der rot-schwarzen Polit- und Wirtschaftselite. Einer Aussendung ist etwa zu entnehmen, dass die Firma Hochegger 1999 einen Etat der Bundesregierung gewinnen konnte.
Dabei handelte es sich um einen 25-Millionen Schilling (rund 1,8 Millionen Euro) schweren Auftrag des damaligen SPÖ-Sozialministeriums unter Lore Hostasch. „Ange-
sichts der Umstände, dass sich ausgerechnet die damals der roten Reichshälfte zuge- ordnete Firma Hochegger in einer internationalen Ausschreibung den Etat des roten
Sozialministeriums sichern hat können und den nun bekannten Praktiken besagter Firma stellt sich die Frage, ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, so Strache.
Das System Hochegger gebe es offenbar nicht erst seit der Schüssel-Regierung, er- klärte Strache. „Deshalb müsse man auch mögliche Kickbackzahlungen aus der damaligen Zeit in einem Untersuchungsausschuss beleuchten. Ebenfalls interessant sei die Personalpolitik des hocheggerschen Firmengeflechts“, so Strache. Nehmen wir Mick Stempel, der als Geschäftsführer von Hochegger Financial Com- munications fungierte. Stempel war von 1986 bis 1991 Chefredakteur, danach
Geschäftsführer und Herausgeber des Wirtschaftspressedienstes.
1994 wechselte er zur Lenzing AG, wo er bis 1999 Investor Relations-Chef und Pro- jektmanager war. Dann war er im ORF tätig, wo es rund um seine Person einige Turbulenzen gab. So hätte Stempel laut ORF-Betriebsräten ORF-Teletext-Chef werden sollen. Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler hatte Kritik an dem Umstand geübt, dass Stempel vor etlichen Jahren als Redakteur der Sozialistischen Korrespondenz tätig war und von „SPÖ-freundlicher Personalpolitik“ gesprochen.“
Ebenso interessant ist laut Strache auch die personelle Verstrickung mit SPÖ-nahen Unternehmen. So sei Brigitte Kraft-Kinz – 1995 Pressesprecherin des Konsum Öster- reich – direkt von der PR-Agentur Dr. Hochegger in die Unternehmenskommunikation von Siemens Österreich gewechselt.
„Weder der Konsum noch Siemens Österreich gelten bekanntlich als FPÖ-nahe. Wir wollen also dringend Aufklärung über sonstige SPÖ-Kontakte und Verstrickungen im System Hochegger“, so Strache.
„Die heutige FPÖ unter der Führung von H.C. Strache habe jedenfalls nicht das Ge- ringste mit den Machenschaften aus der Ära Schüssel oder der vorhergehenden Zeit Klimas zu tun. Wir werden uns von den rot-schwarz-orangen Abzockern nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen“, betonte der FPÖ-Obmann.
„Die Versuche, die FPÖ, beziehungsweise meine Person, in die damaligen Machen- schaften der Ära-Schüssel mit hinein zu ziehen, gehen insofern ins Leere, als alle der genannten Personen seit 2005 nicht mehr der FPÖ angehören. Unter meiner Ob- mannschaft wurde hier ein klarer Trennstrich gezogen. Wir stehen für Sauberkeit und sind an einer Aufklärung des Falles Telekom höchst interessiert, denn er zeigt auf, dass sich Rot und Schwarz hemmungslos bedient haben“, sagte der FPÖ-Chef in seinem Schlusswort.
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2011-09-06