Zustimmung zum ESM wäre Verrat an Österreich


FPÖ und BZÖ verließen Plenarsaal

Die Plenarsitzung des Nationalrats hat am Donnerstag zu einem Eklat geführt.   Die Regier-
ungsparteien hatten sich mit den Grünen geeinigt,  wie das Parlament künftig in Entscheid-
ungen  des ESM (europäischer Stabilitätsmechanismus) einbezogen wird und hatten einen
entsprechenden Antrag sehr kurzfristig als letzten Punkt auf die Tagesordnung gesetzt.
 
Freiheitliche  und  BZÖ liefen dagegen Sturm und stellten diverse Anträge,  unter anderem
das Vorziehen dieses Punktes in der Tagesordnung. Dies wurde von SPÖ, ÖVP und Grünen
abgelehnt.   Nach  einer  sehr  hitzigen Debatte verließen alle Mandatare von FPÖ und BZÖ
geschlossen den Sitzungssaal.
 
Wir  finden diesen Schritt begrüßenswert,  denn offensichtlich gibt es doch noch österreich-
ische Politiker(innen)  die keine  Beitragstäterschaft zum  Aus der Souveränität und Budget-
hoheit Österreichs und damit zum Ende der Zweiten Republik leisten wollen.
 
Wenn SPÖ und ÖVP dem ESM Vertrag unter braver Komplizenschaft der Grünen zustimmen,
beenden  sie  damit faktisch die staatliche Souveränität Österreichs,  denn einen Staat ohne
eigene  Budgethoheit  kann man nicht mehr als souverän bezeichnen.   Soviel zur  überfalls-
artigen  Aufnahme  der Diskussion  über  den Europäischen Stabilitätsmechanismus auf die
Tagesordnung der vorgestrigen Plenarsitzung.
 

ESM ist die Schaffung einer EU-Finanzdiktatur

Dadurch,  dass  der ESM-Gouverneursrat letztlich unbegrenzt hohe Kreditsummen bewilligen
und diese von den Mitgliedsstaaten eintreiben könne, würden nicht nur die Steuerzahlerbürg-
schaften unbegrenzt erweitert sondern auch jegliche Finanzhoheit der nationalen Parlament
de facto abgeschafft.
 
Ein Austrittsrecht für Mitgliedsstaaten ist außerdem nicht vorgesehen.   „In Artikel 8 ist das
Grundkapital  mit  700 Milliarden Euro  vorgesehen,  alle  ESM  Mitglieder  verpflichten  sich
bedingungslos und unwiderruflich ihre Einlage auf das Grundkapital zu leisten.   Allein diese
Wortwahl demonstriert die Bedingungslosigkeit mit der die Finanzhoheit der einzelnen Parla-
mente zerschlagen werden soll.
 
Außerdem  müssten  die  ESM Mitglieder bei Anforderung durch den Direktor einem Kapital-
abruf  binnen sieben Tagen Folge leisten (Artikel 9).   Zusätzlich könne der Gouverneursrat
eine Änderung des Grundkapitals beschließen und damit Artikel 8 ändern; der Gouverneurs-
rat erhielte damit die Möglichkeit nach Belieben weitere Forderungen an die Mitglieder stel-
len.
 

ESM widerspricht allen demokratischen Grundprinzipien

Neben diesen weitreichenden Befugnissen des ESM Gouverneursrates,  die ihn zur wahren
Regierung der Mitgliedsstaaten macht, steht der ESM auch außerhalb jeglichen rechtsstaat-
lichen Systems der Gewaltentrennung.
 
Weder  gibt  es  eine demokratische Legitimation des ESM noch ist eine Überprüfung seiner
Tätigkeit durch Gerichte oder Prüfinstanzen wie den Europäischen Rechnungshof vorgesehen.
Die  Mitglieder  des Gouverneursrates,  Direktoren und Stellvertreter sowie das Personal des
ESM genössen zudem Immunität vor ordentlichen Gerichten.
 
Eine  Zustimmung zum ESM würde eine völlige Negierung aller demokratischen Grundprinzip-
ien, die von unseren Vorfahren erstritten wurden bedeuten.   De Facto wäre es die Übertrag-
ung der österreichischen Souveränitätsrechte auf eine mit diktatorischen Vollmachten ausge-
stattete  Exekutiveinrichtung  namens  Gouverneursrat,  die  ohne Kontrolle durch Legislative
oder Judikative agieren kann.
 
Diesem  Ermächtigungsgesetz  einer  europäischen Finanzdiktatur zuzustimmen würde das
Ende  der  Souveränität  und  Budgethoheit Österreichs bedeuten.   Diesem Ermächtigungs-
gesetz einer europäischen Finanzdiktatur wird die FPÖ unter keinen Umständen zustimmen.
 
Es ist deswegen kein Wunder, dass die Einigung von SPÖ, ÖVP und Grünen, diese Vertrags-
vorlage so kurzfristig auf die Tagesordnung zu setzen, in der Nacht gefallen ist.   Im Gegen-
teil  ist  es  symptomatisch  für die Vorgehensweise in dieser für Österreich so extrem weit-
reichenden Angelegenheit: Im Dunklen verborgen soll die Souveränität Österreichs auf dem
Altar der EU-Hörigkeit geopfert werden.
 
Unter den beiden nachfolgenden LINKS können geneigte Leser(innen) in sehr anschaulichen
Videos  erfahren,  was  sich hinter dem Wort  ESM  (europäischer Stabilitätsmechanismus)
tatsächlich verbirgt.
 
http://www.youtube.com/watch?v=r4crr-kX9zc
 
http://www.youtube.com/watch?v=WUqygPrjXXs
 
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2012-06-16