Wie gewonnen, so zerronnen
Ein Mann geht ins Casino, löst dort einen Millionenjackpot mit knapp 43 Millionen Euro
aus, muss aber mit leeren Händen abziehen. Ein Angestellter des Casinobetreibers entfernt die Chipkarte aus dem Automaten, um diese zu überprüfen. Dabei kam her- aus, dass es sich offenbar um einen Softwarefehler gehandelt hatte. Der Jackpot wurde nicht ausbezahlt.
(Quelle: orf.at)
Foto: © erstaunlich.at
Dies geschah nicht etwa in einem Hinterzimmer einer zwielichtigen Spelunke, nein dieser
Vorfall ereignete sich im März dieses Jahres im Casino Bregenz. Die Betreiber, Casinos
Austria, berufen sich auf einen Softwarefehler. Man argumentiert damit, dass der Höchst- gewinn beim sogenannten Austria Jackpot nie über zwei Millionen Euro liegen kann.
Softwarefehler nur bei Gewinn?
Die Tatsache, dass Höchstgewinnchancen bei Casinos Austria nicht vom Glück, sondern offenbar durch Computerprogramme geregelt werden, ist in der Tat erstaun- lich. Da bekommt der Werbeslogan „Kommen sie und machen sie ihr Glück“ beim Dualisten eine völlig neue Bedeutung. Vielleicht sollte man sich in der Geschäftsleitung überlegen, die Bezeichnung Glückspiel-Automaten zu streichen und durch Software- Automaten zu ersetzen.
Der von Casinos Austria eingeräumte Softwarefehler bei dem großen Gewinn löst natürlich eine berechtigte Frage aus. Warum werden Automaten nicht auf solche Fehler überprüft, wenn Spieler(innen) ein kleines Vermögen in den Geldschlitz stecken und nichts gewinnen. Können diese armen Teufel nun zukünftig auch einen Softwarefehler geltend machen und werden sie ihr Geld zurückerhalten?
Jedenfalls erhielt der Unglücksrabe welcher den Jackpot abschoss keinen müden Cent, dafür aber Casinoverbot. Wir vermuten, dass man unter dieser Vorgangs- weise bei Casinos Austria den viel zitierten Spielschutz versteht, denn auf diesen legt der Dualist allerhöchsten Wert.
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2011-08-12