Wundersame Verwandlung: Zeitungskiosk wurde Kebabbude
Man stelle sich vor, dass jemand einen Würstelstand ohne Bewilligung auf einer Wiener Geschäftsstraße betreibt. Wie lange würde der Betreiber sein Geschäft wohl offen haben können? Nun, wir schätzen mal, dass es keine 3 Monate dauert bis die Behörde den Stand schließen würde. Nicht so, wenn es sich um einen kulturbereichernden Kebabstand handelt. Im Jahre 2005 hatte Firma „Taskin Imbiss KG“ einen Stand als Kiosk in der Alser Straße/Skodagasse angemeldet. Dafür wurde auch eine Genehmigung erteilt. Jedoch ein Jahr später wurde aus dem Zeitungs- stand eine unerlaubte Kebabbude, in der Kanal- und Wasseranschluss fehlten. Seitdem gibt es Gerichtsverfahren am laufenden Band. Inzwischen sind weitere 7 Jahre verstrichen und den Kebabstand gibt es noch immer, obwohl nach wie vor die erforderliche Bewilligung nach dem Wiener Gebrauchsabgabegesetz fehlt. Dies hat nun endlich kommunale Volksvertreter auf den Plan gerufen. Wie die Wiener Bezirkszeitung in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, fordert die Bezirksver- tretung von Wien-Josefstadt nach einstimmigem Beschluss den sofortigen Abriss des Kebab- stands. Als Begründung wird das Fehlen der bereits o.a. Bewilligung angeführt, wodurch der Stand laut Bezirkschefin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP) illegal ist.Wir halten dies aber für ein reines Scheingefecht, denn jeder Schanigarten für den die Bewillig- ung nach dem Wiener Gebrauchsabgabegesetz fehlt ist vom Aufsteller sofort zu entfernen – und wenn sich dieser weigert, erfolgt die Entfernung behördlicherseits. Wie recht wir mit unserer Annahme eines Scheingefechts haben könnten beweist ein Statement aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger. Aus diesem ist zu vernehmen, dass der Betreiber in Berufung gegangen ist und der Stand deswegen nicht abgerissen werden kann. Damit ist wohl die Schließung der Kebabbude wieder in weite Entfernung gerückt. Dem aber nicht genug, wird noch die Ausländerhass-Keule geschwungen. Denn die Anwältin des Betreibers „Taskin Imbiss KG“, hält die Vorgehensweise des Bezirks für Hetze. Tja, einen Kebabstand müsste man haben, denn diesen kann man in Wien offenbar jahrelang betreiben, ohne im Besitz aller notwendiger behördlichen Bewilligungen zu sein. ***** 2013-10-16