Sind Weblogs die Medien der Zukunft?
Der Betreiber des Polit-Weblogs „zurPolitik.com“ führte vergangene Woche ein Interviewmit dem zur Zeit amtierenden BP Dr.Heinz Fischer. Er darf zu Recht stolz sein, eine solche Gelegenheit bekommen zu haben.

Möglicherweise haben Politiker bereits eine zukünftige Wichtigkeit von Webblogs, Inter-
netmagazins, Onlinejournale oder wie man sie immer bezeichnen mag erkannt. Als mög- liche Medienträger von Morgen, werden sie sicher von der Politik hofiert oder verachtet werden.
Interview gehörig verbockt
Leider hat Schaffer aus der Möglichkeit, mit dem ranghöchsten Politiker unseres Landesein Interview zu führen nichts gemacht und so erwies sich dieses als Kaffeetratsch in der Hofburg.
Lag es an der Obrigkeitshörigkeit des jungen Studenten der Politwissenschaft? Nervös
dürfte er allemal gewesen sein, denn er vergaß während des gesamten Gespräches mit
Unverständlicher und unnötiger Hinweis
Bevor wir auf das Interview eingehen, wollen wir einen Hinweis des Tom Schaffer wieder-geben: „Die Fotos schoss Georg Pichler. Die Titelfotos (Startseite und oben) sind von
Andreas Wenzel und Urheberrechts-geschützt.“
Dieser Hinweis ist völlig unnötig und aus ökonomischer Sicht unverständlich. Erstens sind
die geschossenen Fotos des BP nicht wirklich interessant, da von diesen zahlreiche kosten-
frei im Web angeboten werden.
Zweitens betreibt Schaffer seinen Weblog sicherlich nicht aus dem Grund um in der Ano-
nymität zu bleiben, sondern weil er sich der Öffentlichkeit mitteilen will. Würden diese Fotos mit Angabe der Quelle verwendet werden, könnte dies den Bekanntheitsgrad von Tom Schaffer bzw. seiner Webseite sicherlich steigern. Anstatt den Hinweis „Fotos stehen mit Linkverweis zu freien Verfügung“ anzumerken, sitzt er auf diesen wie die Henne auf ihren Kücken.Interview glich Wahlwerbung
Das Frage- und Antwortspiel im ersten Teil seines „Beitrags“ vom 30.März ist mit einer Valium-
kur vergleichbar. Fade Fragen und ebensolche Antworten ziehen sich durchs gesamte Inter-
view. Als Beispiel eine auszugsweise Frage und die darauffolgende Antwort:
Schaffer:
Das bringt uns auch gleich zu den alten Medien. Die Krone kampagnisiert sehr stark gegen
Sie bzw. für Ihre MitbewerberInnen. Was passt dem Hans Dichand an Ihnen nicht?
Dr. Fischer:
Das müssen Sie Hans Dichand fragen.
Mit solchen Antworten ließ sich Tom Schaffer abspeisen. Der überwiegende Teil dieser
Unterhaltung glich einer Wahlwerbung für Heinz Fischer, zu den kommenden BP-Wahlen.
Für den zweiten Teil des Interviews versprach Schaffer Interessantes zu den Themen
Fischers Verhältnis zu Nordkorea, zweisprachige Ortstafeln, die Millenium Goals und
Barack Obama.
Zusätzlich kündigte er an, dem BP ein Ehrenabzeichen zu verleihen. Wofür Heinz Fischer
diesen Orden bekommen sollte, wurde allerdings verschwiegen. Vielleicht weil er dem
jungen Studenten ein persönliches Gespräch ermöglichte. Die Tatsache der Ordensver-
leihung weist jedoch darauf hin, dass Schaffer nicht objektiv in dieses Interview ging.
Schlaftablette Fischer?
Der zweite Teil des „Fischer-Interviews“ am Folgetag, ließ die angekündigte Brisanz missen.Zwar wurde versucht mit Fragen wie: „Kritiker bezeichnen sie hart gesagt als “konturlose
Schlaftablette”. „Was entgegnen Sie dem?“ ein wenig zu provozieren. Mit der Antwort des
BP: „Dass mich die ordentlich unterschätzen.“ war die Angelegenheit auch schon wieder
erledigt.
Dr. Heinz Fischer, der bereits Jahrzehnte im Geschäft ist, ist zwar Vollblutpolitiker, jedoch
politische Energie versprühte dieser Mann bis dato noch nie. Er war und ist bis heute ein braver Parteisoldat der SPÖ. Das Schaffer über diese Tatsache nicht informiert war, er- scheint uns ein wenig erstaunlich.Fischer führte Schaffer vor
Bei der angekündigten Frage bezüglich dem Verhältnis zu Nordkorea, ließ der BP denStudenten Schaffer so richtig auflaufen. Wir wollen uns hier ersparen Auszüge der Ant- wort des BP wiederzugeben. Das gesamte Interview, falls man eine derartige Unter-
haltung so nennen darf, kann der geneigte Leser auf dem Weblog von Schaffer selbst nachlesen. Dementsprechende Links wurden in diesem Beitrag gesetzt.
Wir können Ihnen aber noch folgenden „Beitrag“ empfehlen. Dieser interessante Artikel
stammt von Hans Pretterebner, aus dem BP-Wahlkampfjahr 2004. Diesen hätte sich Tom
Schaffer durchlesen sollen, bevor er in die Hofburg begab.
Möglicherweise hätte er dann einen kleinen Wissensvorsprung gehabt und es vermieden
sich so vorführen zu lassen. Gut, die „Auseinandersetzung“ war auch nicht ganz fair. Während in der einen Ecke ein erfahrener Vollblutpolitiker stand, kauerte im anderen Corner ein junger Student, dem jeglicher „Killerinstinkt“ fehlte.Auch wenn wir nicht die politische Auffassung von Schaffer teilen finden wir, dass die Bei-
träge auf seinem Weblog nicht schlecht sind. Für unseren Geschmack zum Teil realitäts-femd und sehr Links, aber das ist eben seine Weltanschauung. Mit der Veröffentlichung des geführten Fischer-Interviews hat sich Tom Schaffer allerdings keinen Gefallen getan.
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2010-04-04