Katzenjammer bei der SPÖ


Hat die SPÖ von direkter Demokratie jetzt die Nase voll?

Heute hat das große Wundenlecken bei der SPÖ begonnen.  Man tat zwar gestern bei den
Sozialisten  so,  als  ob  der  Ausgang  der Volksbefragung zum Thema Wehrpflicht nichts
mit einer Niederlage der eigenen Partei zu tun hätte.  Dass dem nicht so ist, beweisen die
nun ausgebrochenen Streitereien zwischen den Genossen.
 
Beispielsweise  übte  Niederösterreichs  SPÖ-Chef  Sepp  Leitner scharfe Kritik am Wiener
SPÖ-Chef  Michael Häupl  und  warf  ihm vor,  das Thema missbraucht zu haben.   Er ließ
dem Wiener Bürgermeister via Kurier ausrichten,  allfällige Themen für Volksbefragungen
künftig auf das Wiener Stadtgebiet zu beschränken.
 
Jedenfalls  dürfte  mit dem  gestrigen  Ausgang der Volksbefragung feststehen,  dass man
bei der SPÖ vorerst von  „direkter Demokratie“ die Nase voll hat. Denn eine überwiegende
Mehrheit der Wähler(innen) sprachen  sich  nicht nur für die Beibehaltung der Wehrpflicht
aus,  sondern teilten den Genossen mit ihrem Pro-Votum mit,  was sie von der Politik des
ständigen Drüberfahrens halten.
 
Interessant  ist  die Hartnäckigkeit und das Stehvermögen von Norbert Darabos.  Sichtlich
angeschlagen  machte  er bei Interviews den Eindruck eines trotzigen Kindes.   Auf Refor-
men  des Bundesheeres angesprochen meinte er,  dass er dazu mehr Geld benötige.  Da
staunen  wir aber,  denn wer für Reformen postwendet mehr Geld verlangt,  hat offensicht-
lich das Wort „Reform“ nicht verstanden.
 
Mehrfach auf einen eventuellen Rücktritt angesprochen meinte Darabos, dass er das Ver-
trauen des Bundeskanzlers genieße.   Faymann wird wohl oder übel nichts anderes übrig
bleiben,  dem  Verteidigungsminister seinen politisch schwer lädierten Rücken zu decken.
Ansonsten könnte der Eindruck entstehen,  dass er Darabos ganz nach dem Motto:  „Vor
Gebrauch schütteln und danach wegwerfen“ missbraucht hat. Den Verbleib von Darabos
in seinem Amt wird aber die FPÖ und auch die ÖVP wohlweislich zu nützen wissen.
 
Apropos  ÖVP,  dort  schwelgt man im Siegestaumel und übt sich in Reformvorschlägen.
Ein  Talente-Check  bei  der  Stellung soll künftig dafür sorgen,  dass die jungen Männer
nach  Talenten  und Kompetenzen eingesetzt  werden.   Die Innenministerin spricht sich
unter anderem dafür aus, dass alle Grundwehrdiener eine Grundausbildung im ABC des
Katastrophenschutzes erhalten.
 
Da wollen wir einmal hoffen,  dass Darabos eine Ausbildung im ABC-Katastrophenschutz
nicht mit einem Buchstabierwettbewerb verwechselt. Jedenfalls glauben wir nicht,  dass
der Verteidigungsminister in seiner noch verbleibenden Amtszeit,  irgendwelche positive
Reformen beim Bundesheer durchführen wird.
 
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2013-01-21